In Freiburg haben sich neun Theologie-Studentinnen für das sogenannte Priesterseminar beworben – ein Ort, an dem die katholische Kirche Männer zu Priestern ausbildet. Eine Chance, dass ihr Aufnahmeantrag bewilligt wird, besteht allerdings nicht, denn die katholische Kirche lässt Frauen nicht zum Priesteramt zu. 

Das Ganze ist somit vielmehr eine Protestaktion der Studentinnen zwischen 22 und 30 Jahren, die zu einer Initiative gehören, die sich laut eigener Aussage "für eine diskriminierungsfreie römisch-katholische Kirche" engagiert.

Frauen bewerben sich in Freiburg für Priesteramt

Auf der dazugehörigen Instagram-Seite "Mein Gott diskriminiert nicht - meine Kirche schon", teilten sie ein kurzes Reel, das die Frauen beim Abgeben der Bewerbung zeigt. Überschrieben ist das Video mit: "POV: du bist kein Mann und bewirbst dich trotzdem im Priesterseminar" (POV steht im Social-Media-Bereich für "Point of view", was übersetzt Standpunkt oder Blickwinkel bedeutet).

Das Video hat bereits über 100.000 Aufrufe und zahlreiche Kommentare, die die Aktion fast durchweg unterstützen. Dennoch haben sich fünf der Frauen laut "Badischer Zeitung" anonym beworben, weil sie sich vor negativen beruflichen Konsequenzen fürchten. Gleichzeitig fühlten sie sich tatsächlich als Priesterinnen berufen – und würden Menschen gerne als Seelsorgerinnen begleiten.

Reaktion des Preisterseminars

Ziel der Frauen sei es zudem nicht, jemanden direkt anzugreifen. Sie erhofften sich vielmehr "eine Reaktion, aus der ein echter Dialog entwachsen kann".

Weihbischof Christian Würtz, der das Priesterseminar leitet, hat laut "Badischer Zeitung" bereits auf die Aktion der Frauen reagiert und betont, die Bewerbung sei ein gutes Zeichen "für das Engagement und die Ernsthaftigkeit, mit der sich die Frauen mit ihrer Berufung und ihrem Weg in der Kirche auseinandersetzen".

Gespräche ja, Aufnahme ins Priesterseminar nein. In der katholischen Kirche werden ausschließlich unverheiratete Männer zum Priester geweiht.