Rund 22.000 evangelische junge Frauen und Männer des Jahrgangs 2008 in Bayern haben oder werden in dieser Woche Post von Landesbischof Christian Kopp erhalten. Hintergrund ist ein Schreiben der Bundeswehr, mit dem die Wehrbereitschaft junger Erwachsener abgefragt wird. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern (ELKB) will die Angeschriebenen in dieser Situation mit Beratungsangeboten begleiten – unabhängig davon, wie sie sich entscheiden.

In seinem Brief weist Kopp darauf hin, dass der mögliche Wehrdienst viele persönliche und ethische Fragen aufwerfe. "Du bist mit diesen Fragen nicht allein", schreibt der Landesbischof. Aus evangelischer Sicht stehe die individuelle Gewissensentscheidung im Mittelpunkt. Es gebe verschiedene Wege, Verantwortung für das Gemeinwesen zu übernehmen – sowohl im Militär als auch im zivilen Bereich.

Kirche kann die Entscheidung nicht abnehmen

Der Wehrdienst könne ein Beitrag zum Schutz der freiheitlich-demokratischen Grundordnung sein, sei aber in besonderer Weise mit Gewissensfragen verbunden, betont Kopp. Soldat:innen seien bereit, staatlich legitimierte Gewalt anzudrohen oder anzuwenden, um Menschen vor Unfreiheit und Gewalt zu schützen. Zugleich gehe damit das Risiko einher, andere zu verletzen oder selbst körperlichen oder seelischen Schaden zu nehmen.

Die Kirche könne die Entscheidung nicht abnehmen, wolle aber helfen, die eigene Haltung zu klären, heißt es in dem Schreiben. Mehr als 40 Pfarrer:innen und Pfarrer, Religionslehrkräfte sowie Mitarbeitende der Evangelischen Jugend in Bayern bieten dafür eine niedrigschwellige Kurzberatung an. Bei weitergehenden Fragen zu Wehrdienst, Jugendfreiwilligendiensten oder Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen wird an die kirchliche Arbeitsstelle kokon für konstruktive Konfliktbearbeitung in Nürnberg vermittelt. Eine Rechtsberatung gehört nicht zum Angebot.

Weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten stellt die ELKB auf der Website Kirche an deiner Seite bereit.

(om)