Ist Frieden nur die Abwesenheit von Krieg? Oder braucht es für wahren Frieden auch Gerechtigkeit? Um diese und weitere wichtige Fragen geht es in unserem Dossier.
Seit dem Ukrainekrieg steigen die Anfragen zur Kriegsdienstverweigerung deutlich. Die evangelische Theologin Claudia Kuchenbauer erklärt, wer Beratung sucht, was als Gewissensgrund zählt – und warum viele Fragen erst jetzt mit voller Wucht auftauchen.
Am 5. Februar treffen sich Kirche und Hochschule in Augsburg zur Debatte über die neue EKD-Friedensdenkschrift. Themen: nukleare Abschreckung, Waffenexporte und gerechter Frieden. Wer trägt Verantwortung – und welche Wege führen wirklich zu Sicherheit?
Pfarrer und Friedensbeauftragter Jan Kingreen berät junge Menschen und Eltern zum Wehrdienst. Im Gespräch erklärt er, warum es dabei weniger um Verweigerung als um Gewissensbildung geht – und weshalb die aktuelle Debatte von einer zweiten, oft übersehenen Zeitenwende geprägt ist.
58 Prozent der Deutschen wollen die Wehrpflicht zurück – aber nur 14 Prozent der Jungen würden selbst dienen. Warum dieser Graben? Weil wir den Kern des Konflikts nicht verstehen. Ein Kommentar von Eva-Katharina Kingreen.
Nach dem Schreiben der Bundeswehr erhalten 22.000 evangelische 18-Jährige Post vom Landesbischof. Die Kirche bietet Beratung zu Wehrdienst, Freiwilligendienst und Gewissensfragen an.
Christoph Weller erläutert, warum Frieden nicht nur Abwesenheit von Krieg ist. Militärische Sicherheit allein stabilisiere ihn nicht – entscheidend seien Diplomatie, Gerechtigkeit und zivilgesellschaftliche Konfliktbearbeitung, betont der Friedensforscher.
Mit der neuen EKD-Denkschrift zur Friedensethik erscheint ein umfangreicher Reader von sonntags. Er bündelt Hintergründe, Positionen und unterschiedliche Stimmen – und bietet Orientierung in einer Zeit wachsender globaler Konflikte.
Rund 40 Ehrenamtliche stehen bereit, um Jugendliche in Bayern zum neuen Wehrdienst zu beraten – von praktischen Infos bis zu seelsorglicher Begleitung. Die Kirche will Raum für Reflexion schaffen, ohne zu drängen.
Eine neue repräsentative Studie offenbart, wie die Bevölkerung über zwei Jahre nach dem 7. Oktober auf Israel, Gaza und Deutschlands Rolle blickt – mit Ergebnissen, die politische Gewissheiten teilweise in Frage stellen.
Nach dem Koalitionsbeschluss zum neuen Wehrdienst rät die Arbeitsstelle kokon jungen Menschen, Ruhe zu bewahren. Wichtig sei, sich inhaltlich mit dem Thema auseinanderzusetzen – Beratungen und schriftliche Verweigerungen sind jederzeit möglich.
Die neue EKD-Denkschrift "Welt in Unordnung – Gerechter Friede im Blick" belebt die Friedensethik neu. Wir haben führende Theolog:innen gefragt, wie sie die Denkschrift einordnen.
Im Interview erklärt Theologe Reiner Anselm, warum die neue Friedensdenkschrift 18 Jahre nach 2007 entstand, wie sie mit Waffenlieferungen, Sicherheit und Pluralität umgeht und welche Rolle die Kirche in ethischen Debatten einnimmt.