Diwali – auch Dipavali genannt – ist eines der wichtigsten Feste im Hinduismus. Der Name stammt aus dem Sanskrit und bedeutet „Reihe von Lichtern“. Als Lichterfest steht Diwali für Erneuerung, Hoffnung und den Sieg des göttlichen Lichts über Dunkelheit und Chaos.
Für Hindus weltweit symbolisiert Diwali einen spirituellen Neubeginn: Altes wird losgelassen, Häuser und Herzen werden gereinigt, und das Licht der Götter soll neues Leben bringen.
Wann und wo wird Diwali gefeiert?
Diwali wird seit mehr als 2.000 Jahren gefeiert. Das Fest findet jedes Jahr in einer Neumondnacht im Spätherbst statt – meist im Oktober oder November. In diesem Jahr beginnt Diwali am 20. Oktober und dauert je nach Region und Tradition zwischen einem und fünf Tagen.
Gefiert wird Diwali vor allem in Indien, Nepal, Sri Lanka und weiteren hinduistisch geprägten Ländern. Auch die rund 150.000 Hindus in Deutschland begehen das Lichterfest – mit großen Festen, Tempelzeremonien, Musik, Tanz und traditionellem Essen.
So wird Diwali gefeiert: Lichter, Feuerwerk und Rituale
Diwali verwandelt Städte und Dörfer in ein Meer aus Licht. In der ersten Nacht werden Feuerwerke gezündet, auf Mauern und Fensterbänken brennen Öllampen (Diyas), und Lichterketten schmücken Häuser und Straßen.
Die Vorbereitungen beginnen oft Wochen zuvor: Häuser werden geputzt und weiß gestrichen, Kinder mit geweihtem Wasser gewaschen. Alles soll bereit sein, um Glück, Reinheit und göttlichen Segen zu empfangen.
Für viele Menschen im hinduistischen Kulturraum ist Diwali emotional und gesellschaftlich etwa so bedeutend wie Weihnachten in der westlichen Welt.
Die religiöse Bedeutung von Diwali: Rama und der Sieg des Guten
Eine der wichtigsten Ursprungslegenden des Diwali-Festes erzählt vom Helden Rama. Der Sage nach besiegte er den Dämonenkönig Ravana und kehrte nach langer Zeit ins Exil zurück. Die Menschen begrüßten ihn mit einem Meer aus Öllampen – dem Ursprung des Lichterfestes.
Rama gilt als Inkarnation des Gottes Wischnu, des „Erhalters der Welt“. Damit steht Diwali für den Sieg des Guten über das Böse und für die Hoffnung, dass Ordnung und Gerechtigkeit sich am Ende durchsetzen.
Der Wischnuismus, eine der großen Strömungen im Hinduismus, zählt heute weltweit rund 500 Millionen Anhänger.
Lakshmi, Glück und das Neujahrsfest der Händler
Die unzähligen Lichter sollen auch der Göttin Lakshmi, der Gattin Wischnus und Göttin des Wohlstands, den Weg in die Häuser weisen. Sie steht für Glück, Reichtum und ein gutes Leben.
Eine Besonderheit von Diwali ist, dass Glücksspiele – sonst in Indien weitgehend verboten – religiös erlaubt sind. Sie gelten als Zeichen dafür, ob Lakshmi den Menschen wohlgesonnen ist.
Gleichzeitig ist Diwali das Neujahrsfest der Händler. Wie Weihnachten in Europa ist es heute auch ein wirtschaftlich bedeutendes Fest: Rund um Diwali liegt die wichtigste Einkaufssaison des Jahres.
In Bayern gibt es mehrere hinduistische Gemeinden und Tempel, in denen auch Diwali gefeiert wird - etwa den Sivaalayam und den Sri Pillaiyar Tempel in München oder auch den Sri Sithivinayagar Tempel in Nürnberg und den Shiva Vishnu Tempel in Fürth.