Sommer, Sonne … Buchseiten.

Der September bricht an, die Tage werden kürzer und die Abende kühler. Und doch trägt die Luft noch die Wärme des Sommers in sich.

Ich stelle euch hier vier Bücher vor, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch alle eines gemeinsam haben: Sie halten den Sommer fest – nicht in Sonnenstunden oder Urlaubserinnerungen, sondern in Stimmungen, Fragen und Geschichten, die noch in uns nachhallen, auch wenn die ersten Blätter schon zu fallen beginnen.

1. Vom Ende der Einsamkeit - Benedict Wells

Vom Ende der Einsamkeit - Benedict Wells

"Wäre es wirklich besser, wenn es diese Welt überhaupt nicht gäbe? Stattdessen leben wir, wir schaffen Kunst, lieben, beobachten, leiden, freuen uns und lachen. Wir existieren alle auf millionenfach unterschiedliche Weisen, damit es kein Nichts gibt, und der Preis dafür ist nun mal der Tod.”

Den Anfang macht ein Klassiker unter den Romanen der letzten Jahre. Benedict Wells, unter anderem bekannt durch "Hard Land", "Spinner" oder "Becks letzter Sommer", ist ein deutscher Autor aus München. Bereits mit 19 Jahren begann er, Bücher zu schreiben. Seine erste Veröffentlichung "Becks letzter Sommer" erschien 2008.

"Vom Ende der Einsamkeit" ist seine vierte Veröffentlichung und einer seiner am tiefsten gehenden Romane.

Der Roman erzählt die Lebensgeschichte von Jules Moreau und seinen Geschwistern, die nach dem Tod der Eltern in ein Internat kommen. Die Leser begleiten die Geschwister über die Jahrzehnte und erleben hautnah mit, wie Verlust, Liebe und Freundschaften ihr Leben prägen und wie die Vergangenheit sie immer wieder einholt.

Wer also nach einem Roman sucht, bei dem man an der einen oder anderen Stelle eine Träne vergießt, sei es vor Freude oder Mitgefühl, ist hier richtig.

=> hier geht es zum Buch

 

2. The Canterville Ghost, The Happy Prince and Other Stories - Oscar Wilde

"He made me see what Life is, and what Death signifies, and why Love is stronger than both.”

Weiter geht es mit einem Namen, den sicherlich jeder schon einmal gehört hat: Oscar Wilde. Der 1854 in Dublin geborene Schriftsteller war einer der umstrittensten Autoren des viktorianischen Großbritanniens. Er lebte offen homosexuell, was zu damaligen Zeiten einen echten Skandal darstellte. Auch sein extravagantes Auftreten mit ungewöhnlicher Bekleidung, zum Beispiel samtene Kniehosen und Strümpfe, war vielen ein Dorn im Auge.

Wilde war Lyriker, Romanautor, Dramatiker und Kritiker. Sein wohl bekanntestes Werk ist der einzige Roman "Das Bildnis des Dorian Gray", in dem er die Frage aufwirft, ob Moral in Büchern eine Rolle spielt und was passiert, wenn wir uns ganz und gar der Ästhetik und Schönheit verschreiben.

Wilde schrieb zudem zahlreiche Kurzgeschichten. Der Sammelband "The Canterville Ghost, The Happy Prince and Other Stories" enthält eine bunte Mischung seiner bekanntesten Geschichten. Mit gewitztem Ton erzählt Wilde darin Geschichten über einen glücklichen Prinzen, der in Wahrheit doch nicht ganz so glücklich ist, die Probleme eines Poltergeistes, eine amerikanische Geschichte, sowie die Erzählung von einer Nachtigall und einer Rose, die uns zu vermitteln versuchen, warum Liebe wichtiger ist als Philosophie und Metaphysik.

Die meisten Geschichten sind nur wenige Seiten lang und somit die perfekte Lektüre für zwischendurch, beispielsweise im Freibad oder am Strand. Und noch dazu sind einige Geschichten sogar für Kinder super geeignet!

=> hier geht es zum Buch 

 

3. Deine kalten Hände - Han Kang

Deine kalten Hände - Han Kang

Meine Gänsehaut aber blieb. Ich hatte die unklare Ahnung, dass diese Ruhe in seinen Augen kein friedliches Inneres widerspiegelte, sondern sich wie ein dünnes Häutchen über etwas Unheimlichem spannte.

Han Kang ist eine südkoreanische Schriftstellerin, die für zahlreiche Werke bekannt ist, darunter "Die Vegetarierin" und "Menschenwerk".  2024 erhielt sie den Literaturnobelpreis für ihr 2020 veröffentlichtes Buch "Weiß".

Hier soll es jedoch um ein anderes Buch von ihr gehen: "Deine kalten Hände".

Es handelt von dem Künstler und Bildhauer Jang Unhyong, der eines Tages spurlos verschwindet. Zurück bleiben seine zahlreichen Gipsabdrücke von Händen und Körpern sowie ein bewegendes Tagebuch, das einer jungen Journalistin Einblicke in das einsame Leben des Künstlers gibt, der stets auf der Suche zu sein scheint.

Wenn ihr also gerade Lust auf eine intensive und tiefgründige Lektüre habt, ist "Deine kalten Hände” genau das Richtige. Es ist zwar kein leichter Strandroman, aber er passt perfekt zu ruhigen Tagen, an denen man sich ein wenig in stiller Melancholie zwischen den Zeilen verlieren möchte.

=> hier geht es zum Buch

 

4. Der große Sommer - Edwald Arenz

Der große Sommer - Edwald Arenz

"Es war dieser eine Sommer, wie es ihn wahrscheinlich nur einmal im Leben gibt. Dieser eine Sommer, den hoffentlich jeder hatte; dieser eine Sommer, in dem sich alles ändert."

"Der große Sommer" ist ein Buch, das man hier sicherlich erwarten würde und das in vielen Buchempfehlungen zu finden ist. Ich habe es trotzdem aufgenommen, weil es die Nostalgie des Sommers perfekt einfängt.

Vielleicht kennt der ein oder andere das Buch bereits, für alle anderen ist dies ein Reminder, das Buch doch noch einmal in die Hand zu nehmen und die Geschichte und Charaktere erneut zu genießen!

Für alle, die das Buch noch nicht gelesen haben: Edwald Arenz hat englische und amerikanische Literatur und Geschichte studiert und arbeitet als Lehrer in Nürnberg. Bevor er Romane schrieb, veröffentlichte er Kurzgeschichten. "Alte Sorten", "Die Liebe an miesen Tagen" und "Der Duft von Schokolade" sind allesamt Bestseller und wurden teilweise mit Preisen ausgezeichnet.

"Der große Sommer" ist eine Mischung aus Coming-of-Age-, Abenteuer- und Schicksalsgeschichte, vor allem aber eine berührende Geschichte über vier Jugendliche, die im Sommer aus ihrem grauen Alltag entfliehen, das Leben ganz neu entdecken und lernen, was wahre Freundschaft bewirken kann.

=> hier geht es zum Buch

 

Gewappnet mit gutem Lesestoff könnt ihr jetzt noch letzte Wochen im Sommer genießen und mit der Nase tief in den Seiten die warmen Stunden so lang wie möglich auskosten.