23.07.2017
Kirchensanierung

Sabine Straub gestaltet Marienkirche in Vorra

Wenn Kirchen saniert werden, bleiben am Ende meist mehr Kosten übrig als angesetzt. Nicht so in Vorra. Dort war nach Neugestaltung von Dachstuhl, Glockenturm und Innenraum der Marienkirche sogar Geld übrig. Somit konnte man sich ein frisches Innenleben leisten, gestaltet von der bekannten Münchner Künstlerin Sabine Straub.
Pfarrer Björn Schukat freut sich über Taufstein, Ambo und Kanzel in einheitlichem Design.
Pfarrer Björn Schukat freut sich über Taufstein, Ambo und Kanzel in einheitlichem Design. Und die Kirchengemeinde in Vorra steht auch hinter dem Projekt.

Björn Schukat ist ein richtiger Landpfarrer. Seit vier Jahren ist er zuständig für die Gemeinden Artelshofen, Alfalter und Vorra. Vier Friedhöfe, drei Kirchen samt Gemeinde und Kirchenvorstand und einen Kindergarten hat Schukat »unter sich«, insgesamt 1.200 Gemeindeglieder. Das bedeutet eine ganze Menge Verwaltungsarbeit, der sich der passionierte Musiker unter anderem gerne an der zwölfsaitigen Gitarre, die in seinem Büro im Pfarrhaus neben einem Porträt von Martin Luther steht, entzieht.

Spaß gemacht hat aber die Beschäftigung mit der Sanierung der rund 800 Jahre alten Marienkirche, die im April 2016 begann und im März dieses Jahres abgeschlossen wurde. Noch mehr, weil von den veranschlagten 750.000 Euro Kosten plötzlich noch etwa 40.000 Euro übrig waren. Die Gelegenheit, sich ein bisschen »Luxus« zu gönnen.

Zuschuss von der Landeskirche

»Der steinerne Taufstein der Ambo aus Holz, der Ständer für die Osterkerze aus Eisen und die 200 Jahre alte Kanzel passten nicht zusammen«, erinnert sich Schukat. Letztere war rund 200 Jahre alt und aus ungeklärten Gründen aus Sickershausen bei Kitzingen in die kleine Gemeinde im Dekanat Hersbruck gekommen. Und ist nun dorthin zurückgekehrt, da ein Museum sie ausstellen will.

Die Kirche erscheint innen jetzt wie aus einem Guss. Künstlerin Sabine Straub hat das Muster des sogenannten Herrschaftschörleins an der Empore in den runden Zylindern aus hellem Bronzeblech aufgenommen, das jetzt Taufstein, Kanzel und Ambo ziert. Und mit durchgehend weißem Anstrich sieht der Chorraum jetzt wieder so aus wie vor der letzten Sanierung Anfang der 1960er-Jahre.

»Da das Konzept stimmig ist, haben wir von der Landeskirche noch einen Zuschuss erhalten«, freut sich Schukat. Unterm Strich liege man jetzt bei 800.000 Euro. Und damit in dem Bereich, in dem die Meisten wohl ohnehin überzogen hätten.

Sabine Straub: Bildhauerin für sakrale Kunst

Logo Kunst und Religion

Die Bildhauerin Sabine Straub bewegt sich mit ihren Kunstwerken zwischen Architektur und Skulptur. Ihre großformatigen Stahlskulpturen gestalten öffentlichen Raum und prägen Fassaden und Bauwerke. Für Kirchen und Kapellen hat sie einprägsame Altäre und Kruzifixe geschaffen.

Die Künstlerin lebt in München. Bei einem Atelierbesuch  der Sonntagsblattreihe "Kunst & Religion" hat sie ihr Werk vorgestellt. Hier geht es zum Porträt der Künstlerin im Atelier mit einer Bildergalerie.

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