29.05.2017
Stipendienprogramm Brasilien

Vier Wochen verbrachte Tobias Mathies aus Brasilien im Frühjahr 2017 mit dem Stipendienprogramm "Journalismus und Religion" in München. Im Blog erzählt er, was er mitnimmt in die Heimat.
Souvenirs aus Brasilien für die Online-Redaktion im EPV.
Souvenirs aus Brasilien für die Online-Redaktion im EPV.

Einen Monat habe ich in einer fernen Stadt gelebt, in einem fremden Land. Ich bin in die Münchner Kultur eingetaut, habe neue Freundschaften geschlossen, unglaublich schöne Städte kennengelernt und  Berufserfahrungen gesammelt.

Mit Journalisten über Ethik und Wahrheit diskutieren

Wichtiger als die Städte, die ich gesehen habe, waren die Menschen, denen ich begegnete. Ich hatte die Gelegenheit, mich beruflich auszutauschen, konnte kirchliche Partnerschaften vertiefen und neue Kanäle für den Austausch unter Journalisten zu schaffen. Die Gespräche um journalistische Ethik und Wahrheit gehören zu den kostbarsten Dingen, die ich mitnehme in meine Heimat.

Professioneller Journalismus im Presseverband

Ich habe die Aufgaben des Evangelischen Presseverbands für Bayern und seine Mitarbeitenden kennengelernt, die sich täglich mit Nachrichten und Medien beschäftigen. Die Zusammenarbeit mit professionellen Journalisten war eine Herausforderung; ich habe an Themen mitgearbeitet,  an die ich mich gerne erinnern werde: Dazu gehören der Besuch bei einem Biersommelier, das Luther Pop-Oratorium, die Präsentation der Münchner Philharmoniker und der Besuch verschiedener lutherischer Kirchen.

Unabhängige Medienarbeit als Vorbild für Brasilien?

Der Evangelische Presseverband in Bayern ist eine unabhängige Einrichtung - zugleich ist sie zentrales "Kommunikationsfahrzeug" und Medienhaus der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern. Die Redaktionen haben zum Ziel, die Öffentlichkeit mit einer breiten Palette von Informationen zu versehen. Eine publizistische Einrichtung wie der Presseverband existiert in Brasilien nicht. In meiner Heimat gibt es nur Kirchenzeitungen, die ausschließlich die Meinung der Kirchenoberen vertreten. Ich würde mir einen solchen journalistischer Arm in die Gesellschaft wünschen.

Lebendige Kirchengeschichte in Nürnberg und Berlin

Als Lutheraner war es interessant, einige Kirchengebäude zu fotografieren, die vor 500 Jahren in der Reformation von Bedeutung waren. Ich habe Nürnberg, Augsburg, Berlin und München besucht und  Kirchengeschichte lebendig erleben können. Ich habe Museen, Plätze, Statuen, Theater, Restaurants und Parks besucht und viel fotografiert, um mich viele Jahre an diese Reise erinnern zu können.

Zurück in meiner Heimat Brasilien, teile ich mit meinen Freunden und Familie die Erfahrungen, die ich in Deutschland gemacht habe. Das Journalistenstipendium bietet eine Chance für das eigene Leben, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Ich bin nach Brasilien zurückgekehrt mit vielen Erfahrungen, der Sehnsucht, einmal nach Deutschland zurückzukehren, und der Gewissheit, dass wir mit den Kollegen aus Deutschland weiter zusammenarbeiten werden. Denn: Ein Klick - und schon sind wir miteinander verbunden.

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Lutheran church and Media in Bavaria

A month in another city, in a different country, speaking a foreign language. It was 30 very intense days of which I was able to experience a little of the culture of the people of Munich, to establish bonds of friendship with colleagues, to know several incredible places and to deepen my professional experience. I write this last article to relate a little of my short program with the EPV and the Church of Bavaria, which took place between 28 February and 29 March.

Much more important than the places I met were the people I met on my way. The exchanges of experiences, the opportunity to deepen partnerships, the creation of channels of direct communication between us, journalists, in the service of ethics and truth were some of the commitments that came back in my baggage.

I have known the routine of the EPV and its professionals who deal daily with the news. Especially the Media Department where I worked with fellow journalists who challenged me at every moment and proposed guidelines that I would like to keep forever in my memories, such as Luther's beer, the great Luther Pop-oratorium show, the presentation of Munich Philharmonic and the most diverse Lutheran churches.

It was very important for me to understand the purpose of the EPF as the communication vehicle of the Church and not only for the Church. I saw EPV's concern to provide society with good news with access to diversified information. This style of vehicle of communication does not exist in my Church. We have only more institutional newspapers that broadcast news from the church itself. EPV is the journalistic arm of the Church for society.

Being a Lutheran, it was very interesting to photograph some churches that were very important in the reform movement 500 years ago. I passed through Nuremberg, Augsburg, Berlin and Munich. I lived the reality of many moments that I had just read in the history books.

In these cities, in addition to the churches, I was able to visit museums, squares, statues, theaters, restaurants and parks. Each step duly photographed to remember for many, many years. It is so much experience that it would not fit only in this post.

I'm sharing with friends and family every minute I've lived in Germany. They are opportunities that arise in people's lives that can not be missed. I bring to Brazil very peculiar characteristics that I lived in Germany, with deep longing, but with the certainty that we will walk together in many other opportunities and projects. Fortunately, with technology, Germany is right there. One click and we're already connected.

Goodbye, people who welcomed me so well.

Stipendienprogramm Journalismus & Religion

Das Stipendienprogramm Journalismus und Religion wurde 2016 vom Evangelischen Presseverband für Bayern e.V. ins Leben gerufen. Es fördert den Austausch von Medienschaffenden innerhalb der Kirchen und Religionsgemeinschaften. Zum Programm gehören Reisestipendien und ein Austauschprogramm.

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