16.12.2018
Evangelische Morgenfeier

Predigt zum 3. Advent: Trost (Jes 40, 1-11)

Durch Trösten entsteht Neues – etwas, das wir uns zuvor nicht vorzustellen vermochten. Wer getröstet ist, steht immer wieder auf. Wer getröstet ist, hat Gott erfahren, Gottes Wort vernommen. Wenn Gott spricht, atme ich auf und sehe die Welt mit neuen Augen. Evangelische Morgenfeier von Udo Hahn, Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing.
Prophet Jesaja
Der Prophet Jesaja, Fresko von Melozzo da Forlì in der Sakristei von San Marco in Loreto.

Trostpflaster Schokolade

Honigplätzchen – kein anderes Gebäck verbinde ich so sehr mit der Adventszeit wie dieses. Schon als Kind habe ich sie geliebt. Wenn es sie gab, dann wusste ich: Bald ist Weihnachten. Sie waren der Vorgeschmack auf die Festtage. Denn erst dann kam die ganze Fülle der süßen Leckereien auf den Tisch: Lebkuchen, Spekulatius, Dominosteine und Dresdner Stollen.

Süßes hat längst das ganze Jahr Konjunktur. Lebkuchen gibt es schon im September und Osterhasen Ende Januar. Die Adventszeit und die Ostertage sind aber die Wochen im Jahreslauf, die den höchsten Absatz an Schokolade garantieren. Süßes ist gefragt, weil unser Körper Zucker braucht. Doch seine Bedeutung geht weit über die notwendige Energiezufuhr hinaus. Die Psyche verarbeitet ihn zu Momenten des Glücksgefühls, der wohligen Zufriedenheit, der Beruhigung. Die Inhaltsstoffe der Schokolade bewirken, dass in unserem Gehirn bestimmte Substanzen ausgeschüttet werden, die unserem seelischen Zustand gut tun. Beispielsweise Endorphine, die das Gefühl von Glück und Zufriedenheit erzeugen. Und auch von Trost. "Schokolade ist Trost ohne Worte", hat es die Autorin Ursula Kohaupt treffend formuliert.

Trost – neben der Liebe ist es das große Menschheitsthema. Geliebt zu werden und Trost zu spüren, ist ein zutiefst menschliches Bedürfnis. Bei Kindern kann man sehen, wie sich Tränen des Schmerzes nach einem Sturz in Freudentränen verwandeln, wenn sie in den Arm genommen und getröstet werden. Schier untröstlich ist hingegen, wer einen geliebten Menschen verloren hat. Wo dieser fehlt, ist das Gefühl der Trostlosigkeit zu keiner anderen Jahreszeit so schwer auszuhalten wie im Advent und an Weihnachten.

In so einem Zusammenhang an Schokolade als Trostpflaster zu denken, mag mancher jetzt als banal und sogar zynisch empfinden. Doch ein Blick auf die Finanzkrise vor zehn Jahren zeigt, dass Schokolade bei ihrer emotionalen Bewältigung wohl eine Rolle spielte. Rückblickend titelte das Nachrichtenmagazin Der Spiegel: "Trost in der Krise – Deutsche essen mehr Schokolade." Was war geschehen? Der Schokoladenumsatz war 2008 gegenüber dem Vorjahr überdurchschnittlich gestiegen. Fazit des Spiegel: "In schlechten Zeiten trösten sich die Deutschen mit Süßigkeiten."

Trost mit Worten und mit Musik

Einen Nährwert für die Seele hat Schokolade aber nicht. Da braucht es schon mehr: ein Wort, eine Umarmung, Musik. Für mich ist das ein Abschnitt aus dem Alten Testament: aus dem Buch des Propheten Jesaja, im 40. Kapitel. Heute, am dritten Advent, hört man ihn in allen evangelischen Kirchen. Trost mit Worten, die direkt ins Herz gehen.


Tröstet, tröstet mein Volk!, spricht euer Gott.
Redet mit Jerusalem freundlich und predigt ihr, dass ihre Knechtschaft ein Ende hat, dass ihre Schuld vergeben ist; denn sie hat die volle Strafe empfangen von der Hand des HERRN für alle ihre Sünden.
Es ruft eine Stimme: In der Wüste bereitet dem HERRN den Weg, macht in der Steppe eine ebene Bahn unserm Gott!
Alle Täler sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden, und was uneben ist, soll gerade, und was hügelig ist, soll eben werden;
denn die Herrlichkeit des HERRN soll offenbart werden, und alles Fleisch miteinander wird es sehen; denn des HERRN Mund hat's geredet.
Es spricht eine Stimme: Predige!, und ich sprach: Was soll ich predigen? Alles Fleisch ist Gras, und alle seine Güte ist wie eine Blume auf dem Felde.
Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt; denn des HERRN Odem bläst darein. Ja, Gras ist das Volk!
Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, aber das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich.

(Jes 40, 1-8)

Trost in der Musik – so klingt er in Georg Friedrich Händels Oratorium "Der Messias".  Nach dem Orchestervorspiel wird es mit jenen Worten aus Jesaja eröffnet: "Tröstet, tröstet mein Volk! spricht euer Gott." Händel komponierte das Oratorium 1741. Er brauchte dazu nur 24 Tage. Und das war nicht nur ein musikalisches Wunder. In seinen "Sternstunden der Menschheit" erzählt der Schriftsteller Stefan Zweig die Hintergründe. Händel war nach einem Schlaganfall so schwer erkrankt, dass ihn die Ärzte fast aufgegeben hatten. Doch er wurde wieder gesund und schuf – nach der Erzählung Zweigs – sein bekanntestes Werk wie in einem Rausch. Händel fühlte sich in der Tiefe seiner Seele angerührt – getröstet.

 "Beim ersten Wort fuhr er auf.  ,Comfort ye‘, so beginnt der geschriebene Text. ,Sei getrost‘ – wie ein Zauber war es, dieses Wort – nein, nicht Wort: Antwort war es, göttlich gegeben, Engelsruf aus verhangenen Himmeln in sein verzagtes Herz." . (Georg Friedrich Händels Auferstehung, in: Stefan Zweig, Sternstunden der Menschheit, Frankfurt am Main 1986, S. 76ff.)

So Stefan Zweig.
Der Getröstete tröstet mit seiner Musik – er findet einen Tonfall, der beruhigt und Wärme ausstrahlt, auch Jahrhunderte später. Einen Tonfall, den auch Jesaja trifft.  

Der größte Trosttext der Bibel

Der Prophet spricht über Trost zu Menschen in einer besonderen Situation. Zu Menschen, die ihre Heimat verloren haben und alles, was ihnen kostbar war. Der Tempel in Jerusalem, in dem sie über Generationen Gott gefunden hatten, er ist zerstört. Viele Israeliten nach Babylon verschleppt. Zwei Deportationen, 597 und 587 v. Chr., haben das Schicksal des Volkes Israel besiegelt. Zum Verlust der Heimat kommen die ungezählten menschlichen Tragödien. Was bisher getragen hat, trägt nicht mehr. Ist Gott noch da? Wer weiß das schon. Auch die Gewissheit des Glaubens scheint vernichtet. Leben ohne festen Halt. Wer erträgt das auf Dauer? Die Lage kann nicht schlimmer sein. Eine kollektive Ohnmacht hat die Menschen erfasst. Die letzten Hoffnungsreserven sind längst aufgezehrt.

Das Buch des Propheten Jesaja umspannt – historisch betrachtet – einen Zeitraum, der mehr als ein Menschenleben umfasst. Tatsächlich gliedert sich diese alttestamentliche Schrift in drei Teile. Nach der Ankündigung der Katastrophe spricht in den Kapiteln 40 bis 55 eine andere Stimme, die einen völlig neuen Ton anschlägt. Den Ton des Trostes. Dieser Deuterojesaja, wie ihn die Bibelwissenschaft nennt, dieser zweite Jesaja kündigt die bevorstehende Befreiung des Volkes Israel aus der Gefangenschaft und seine Heimkehr nach Jerusalem an.

Im Blick sowohl auf Sprache und Inhalt erklingen hier Worte, deren Botschaft mit zum Eindrücklichsten gehört, was das Alte Testament zu bieten hat. Ein Schlüsseltext der Bibel, der die Brücke zum Neuen Testament schlägt. Gnade, die nicht an Voraussetzungen gebunden ist – das erinnert an die Botschaft des Evangeliums: Gottes bedingungslose Liebe zu uns Menschen – ungeachtet unseres Handelns, ungeachtet unserer Taten und unseres Versagens. Der zweite Jesaja fragt nicht mehr nach Schuld, sondern er spricht von Vergebung. Wie tröstlich! Und dennoch lässt sich nicht genau beschreiben, was Trost ist. Es bleibt ein Geheimnis. Ihm ist auch der Philosoph Jürgen Habermas auf der Spur, wenn er zu der Erkenntnis gelangt: Die Philosophie könne nicht den Trost ersetzen, den Religion spendet.

Trost, Tröster, das ist ein anderer Name für Gott. Trost – das ist Seelsorge: Entlastung für wund geriebene Seelen. Trösten – das ist spürbar – will mehr sein, als ein gut gemeintes, aber oft unverbindliches Zureden. Trösten heißt hier: zum Herzen reden – ein Aufatmen verschaffen – neue Kräfte mobilisieren. Und auch auferstehen. So, wie es im Neuen Testament von Christus, dem Auferstandenen, gesagt ist. Durch Trösten entsteht Neues – etwas, das wir uns zuvor nicht vorzustellen vermochten. Wer getröstet ist, steht immer wieder auf. Wer getröstet ist, hat Gott erfahren, Gottes Wort vernommen. Wie Jesaja, der Gott hier zitiert. Wenn Gott spricht, atme ich auf und sehe die Welt mit neuen Augen.

"Tröstet, tröstet mein Volk! spricht euer Gott-" so hat es Heinrich Schütz vor 370 Jahren vertont. Das ist die kürzeste Zusammenfassung des Evangeliums, frohe Botschaft im wörtlichen Sinn: Nehmt den Menschen die Angst vor der Zukunft. Tröstet, spendet Lebensmut! Trost – das ist wie eine Umarmung. Es ist geteiltes Leid, das – wie der Volksmund sagt – halbes Leid ist. Keine Vertröstung, dass das Leben schon irgendwie weitergeht. Echter Trost widersteht aller Müdigkeit und Lethargie. Und er durchbricht die Gleichgültigkeit, dass ja doch alles keinen Sinn hat. Starke Worte für tieftraurige Zeitgenossen.

Trostlosigkeiten und Tröstungen

Die Liste der Trostlosigkeiten auch in diesem Jahr ist lang. Krieg, Terror, Vertreibung, Hunger, Dürre.  Wenn eine Beziehung zerbricht, mangelt es oft an Trost, wenn der Job verloren geht, wenn die Operation die erhoffte Mobilität doch nicht wieder her zu stellen vermag.

Und dennoch gibt es ihn: den Trost inmitten der Trostlosigkeiten. Wenn – wie in Kolumbien – nach fünfzig Jahren Kampf Rebellen ihre Waffen niederlegen und einen Friedensvertrag unterzeichnen. Wenn die Idee des 24-jährigen Niederländers Boyan Slat umgesetzt wird. Er hat ein System entwickelt, mit dem die auf den Weltmeeren treibenden Massen von Plastikmüll aufgefangen werden können. Eine Art überdimensionale "Schwimmnudel" wird gerade in der Bucht von San Francisco getestet. Die Konstruktion soll einmal mit der Meeresströmung und von Wind und Wellen getrieben durch den Müllteppich gleiten. Wie Fangarme sollen sich die beiden Enden des Kunststoffrohrs U-förmig um die Plastikteile legen, so der Plan. Hilfe, ja Trost für Mensch und Natur.

Wir sind immer wieder gemeinsam Zeuginnen und Zeugen von Trost. Mich bewegt bis heute, was sich am 30. September 1989 in der Prager Botschaft der Bundesrepublik Deutschland abgespielt hat. DDR-Bürger haben sich dorthin geflüchtet und bangen darum, wie es für sie weitergeht. Dann kommen aus dem Mund des damaligen Bundesaußenministers Hans-Dietrich Genscher die erlösenden Worte: "Wir sind gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise" – weiter konnte er nicht sprechen. Der Jubel der Erleichterung brach sich Bahn. Die Menschen hatten verstanden!

Jesaja berührt mit seinem großen Bild vom Trost eine Ursituation, "der kein Mensch und kein Zeitalter entgehen kann", wie es der evangelische Theologe Paul Tillich einmal formuliert hat. Der Mensch – mit den Worten Tillichs: "ein Verbannter in dieser Welt". Verbannt, buchstäblich in der Wüste ausgesetzt – aber nicht ohne Hoffnung auf einen Ausweg. Wüste – das ist Heimatverlust.  Das ist nach dem Verlust eines geliebten Menschen die Ohnmacht und die Resignation, die sich ausbreitet und den Lebensmut lähmt: gefühlte und erlebte Trostlosigkeit.

Es muss anders werden – und zwar grundlegend. In eben dieser Wüste entsteht ein Weg – ein Wunderwerk durchs Unwegsame, wo üblicherweise kein Weg ist. Denn Gott selbst kommt. Nichts kann sein Kommen aufhalten. Advent – das ist ein Raum des Trostes, den Gott öffnet und der einlädt einzutreten. Und vielleicht auch eine gute Gelegenheit sich zu erinnern an erfahrenen Trost und wie schön es ist, andere zu trösten. Diesen Weg durch die Wüste zu finden.

Von Paul Simon und Art Garfunkel stammt einer der schönsten Popsongs. Gesungener Trost, wie ich ihn mag, seitdem ich dieses Lied zum ersten Mal gehört habe.  Nicht von einem Weg durch die Wüste ist die Rede, sondern von einer "Bridge over troubled water" – einer Brücke über aufgewühltes Gewässer:

"Wenn Du müde bist, und dich ganz klein fühlst
Wenn Tränen in deinen Augen stehen, werde ich sie trocknen
Ich bin auf deiner Seite. Wenn die Zeiten schwer sind
und Freunde nicht auffindbar sind
werde ich mich, wie eine Brücke über aufgewühltes Wasser
Hinlegen"

Die Verantwortung des Menschen und Gottes Wirken

"I have a dream" – "Ich habe einen Traum":, Der US-amerikanische Bürgerrechtler Martin Luther King hat sich von Jesaja inspirieren lassen. Vor mehr als 250.000 Menschen greift er am 28. August 1963 in seiner berühmten Rede in Washington Verse aus dem Prophetentext auf:

"Ich habe den Traum, dass eines Tages jedes Tal erhöht, jeder Berg und Hügel abgetragen werden, alle Unebenheiten geebnet, alles Gewundene begradigt wird. Und die Herrlichkeit des Herrn wird offenbar werden, und alles Fleisch wird es sehen. Das ist unsere Hoffnung."

"I have a dream" – das ist bis heute der Antrieb und das Motto für all jene, die sich nicht abfinden wollen mit der Welt wie sie ist. Martin Luther King belässt es in seiner Rede nicht bei "schönen Worten". Seine Hoffnung nährt sich nicht allein aus dem, was Gott tut, sondern auch aus der Verantwortung, die Menschen übernehmen. Wörtlich fügt der Bürgerrechtler dem eben Gehörten hinzu:

 "Mit diesem Glauben sind wir imstande, aus den Bergen der Verzweiflung den Stein der Hoffnung zu hauen. Mit diesem Glauben werden wir fähig sein, aus dem Berg der Verzweiflung einen Stein der Hoffnung zu hauen. Mit diesem Glauben werden wir fähig sein, die schrillen Missklänge in unserer Nation in eine wunderbare Symphonie der Brüderlichkeit zu verwandeln."

"Bereitet dem Herrn den Weg!" heißt es bei Jesaja. Das klingt so, als könnten, ja müssten wir Menschen hier aktiv werden. Tatsächlich geschieht eine ganze Menge. Viele Menschen engagieren sich in Parteien, Gewerkschaften, Bürgerinitiativen. Die Tafeln und Flüchtlingsinitiativen leben von diesem Engagement wie auch die Freiwilligendienste, die Menschen nach Indien, Afrika und Lateinamerika entsenden. Vieles ist gut gemeint, aber nicht wirklich gut gemacht. Und manches geschieht eher unter der Überschrift "Hier entsteht für Sie eine neue Sackgasse". So der ironische Titel eines Buches der Cartoonisten Elias Hauck und Dominik Bauer. Mit spitzer Feder und kurzen Texten setzen sie die Unzulänglichkeiten des Alltags und die Katastrophen der Welt ins Bild und halten uns den Spiegel vor. Ja, wir könnten mehr tun und viel Gutes erreichen. Das Wissen ist da. Und bei vielen ist die Einsicht gereift. Aber vielfach geschieht nicht, was vernünftig wäre.

Ich denke, es geht hier um unsere Verantwortung. Aber auch um die Einsicht, dass Gott selbst aktiv wird und die Straße mit baut, um im Bild zu bleiben, das Jesaja zeichnet: dass eine Straße entsteht, die weiterführt, durch unsere Ausweglosigkeiten hindurch.

Zion, du Freudenbotin, steig auf einen hohen Berg; Jerusalem, du Freudenbotin, erhebe deine Stimme mit Macht; erhebe sie und fürchte dich nicht! Sage den Städten Judas: Siehe, da ist euer Gott;
siehe, da ist Gott der HERR! Er kommt gewaltig, und sein Arm wird herrschen. Siehe, was er gewann, ist bei ihm, und was er sich erwarb, geht vor ihm her.
Er wird seine Herde weiden wie ein Hirte. Er wird die Lämmer in seinen Arm sammeln und im Bausch seines Gewandes tragen und die Mutterschafe führen.

(Jes 40, 9-11)

Am Ende weitet sich der Trost für das Volk Israel zum Evangelium für alle Welt. Es ist verbunden mit der Aufforderung, zur Vernunft zu kommen, den Verstand einzusetzen und Verantwortung wahrzunehmen. Trösten in diesem Zusammenhang heißt: anderen spürbar zur Seite zu stehen – nicht nur mit frommen Sprüchen.

Das Bild vom Leben in Frieden, der mehr ist als ein Waffenstillstand, von einem Leben in Fülle, dass niemand mehr hungern muss – diese Bilder, die zeigen, wie Gott die Welt sieht, braucht unsere Gesellschaft. Die Kirche ist der Ort, um dieses Bild öffentlich wach zu halten. Die Kirche, die Synagoge, und hoffentlich auch die Moscheen und alle Gebetshäuser. Orte dieser die Zeiten überdauernden Vision, dass ein Leben schon jetzt möglich ist, das von Barmherzigkeit, Gnade, Vergebung und Trost erfüllt ist. Diese Hoffnung heilt schon heute und zeigt, was unter den Bedingungen der Welt von Gott her möglich ist.

Zugleich können wir es nicht erwarten, dass wahr wird, was Advent heißt: Gott kommt – als Kind in der Krippe. Und dass sich endlich erfüllt, was Friedrich Spee in seinem Lied "O Heiland, reiß die Himmel auf" (EG 7) als "Trost der ganzen Welt" herbeisehnt:

Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt,
darauf sie all ihr Hoffnung stellt?
O komm, ach komm vom höchsten Saal,
komm, tröst uns hier im Jammertal.

Evangelische Morgenfeier vom 25.11.2018 (Ewigkeitssonntag) mit Pfarrerin Jaqueline Barraud-Volk, Marktbreit, Thema: Von Verlusten und Visionen

Das PDF mit dem vollständigen Text kann beim BR heruntergeladen werden unter diesem Link.

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