23. Februar 2021
Katholische Reformbewegung

Reformbewegung "Maria 2.0" will mit Thesenanschlag auf Missstände in der katholischen Kirche hinweisen

Mit dem "Thesenanschlag 2.0" an Dom- und Kirchentüren im gesamten Bundesgebiet hat die Reformbewegung "Maria 2.0" auf Missstände in der katholischen Kirche hingewiesen.
Eine Frau sitzt in der Kirche (Symbolbild)

Thesenanschlag soll katholische Kirche reformieren

In Bayern wurden unter anderem am Augsburger Dom am Sonntagmorgen die Thesen der Reformbewegung angeschlagen. Diese Aktion wurde wie die meisten bundesweit auch im Internet dokumentiert. Die sieben Thesen richten sich "An alle Menschen, die guten Willens sind", besonders aber an die katholischen Bischöfe.

Forderungen des Katholischen Deutschen Frauenbundes

Die Reformbewegung unterstreiche mit der Aktion in Anlehnung an Martin Luthers Reformthesen ihre Forderungen nach Reformen hin zu einer zukunftsfähigen Kirche, teilte der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) der Diözese Rottenburg-Stuttgart am Sonntag mit. Die Aktion fand deshalb an diesem Wochenende statt, vor der virtuellen Vollversammlung der Deutschen Bischöfe (23. bis 25. Februar).

Gleiche Würde und Rechte für die Botschaft Jesu

Die Diözesanvorsitzende des KDFB Rottenburg-Stuttgart, Karin Walter, sagte, niemand solle glauben, dass die Frauen mit ihrer Forderung nach einem gleichberechtigten Zugang zu allen Diensten und Ämtern der Kirche verstummen werden.

Die Bewegung fordert in den Thesen unter anderem "eine gerechte Kirche, in der alle Menschen die gleiche Würde und die gleichen Rechte haben und damit Zugang zu allen Ämtern".

Sie prangert "Machtmissbrauch mit all seinen menschenunwürdigen Facetten" an und will eine Kirche, die "relevant für Menschen, Gesellschaft und Umwelt" ist. "Unser Auftrag ist die Botschaft Jesu Christi. Wir handeln danach und stellen uns dem gesellschaftlichen Diskurs", heißt es abschließend.

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