24.01.2021
Dekanat Bad Tölz

Tölzer Dekan Martin Steinbach geht in Ruhestand

Nach 16 Jahren Amtszeit verabschiedet sich der Tölzer Dekan Martin Steinbach in den Ruhestand. Über sein Wirken im Dekanat Bad Tölz.

Flexibel reagieren statt lange planen: Das war die Richtschnur des Tölzer Dekans Martin Steinbach (65). Seit 2004 hat der Unterfranke die Geschicke des erst 1997 gegründeten evangelisch-lutherischen Dekanats Bad Tölz geleitet.

Diesen Sonntag (24. Januar) wird er im kleinen Kreis von Regionalbischof Christian Kopp entpflichtet.

16 jährige Amtszeit im Dekanat Bad Tölz

Das Dekanat habe in den 16 Jahren seiner Amtszeit wachsam auf die jeweiligen Herausforderungen reagiert. "Die meisten Dinge legen sich einem ja vor die Füße", sagt Martin Steinbach im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Als sich im ersten Lockdown abzeichnete, dass in Bad Tölz die Tafeln schließen müssten, habe man eine Spendenaktion organisiert und Bedürftigen mit 16.000 Euro helfen können. In Bad Heilbrunn sei auf Bitten des Bürgermeisters ein Kindergarten gegründet worden, um den Bedarf zu decken.

"Und unser "Café Miteinand" entstand, damit junge Menschen mit Handicap Erfahrung mit der Arbeitswelt sammeln können - mittlerweile ist es ein Treffpunkt auch für ältere Menschen und tut dem Gemeindeaufbau gut", zählt der scheidende Dekan auf.

Martin Steinbach ist Fan von Präsenzformaten 

Steinbachs letztes Berufsjahr war von den Folgen der Corona-Pandemie geprägt. Trotz der digitalen Möglichkeiten bleibe er jedoch ein Anhänger von Präsenzformaten.

"Ich habe viele Menschen gefragt und noch keinen gefunden, der einen gestreamten Gottesdienst seiner Gemeinde von Anfang bis Ende mitgefeiert hätte", sagt der Theologe kritisch. "Man schaut mal rein, findet es gut - und klickt weiter." Die reinen Klickzahlen sind irreführend. Gestreamte Gottesdienste könnten deshalb kein neuer Weg für Kirche sein.

Steinbach: Kirche gibt in der Corona-Krise nicht klein bei

Die Corona-Krise habe gezeigt, dass Kirche "ein präsentes Sich-Kümmern" wie Hausbesuche und Telefonate anbieten müsse. Der Aufwand für die Open-Air-Weihnachtsgottesdiensten beispielsweise könne kein Dauerzustand sein, "aber er hat den Menschen gezeigt, dass Kirche nicht klein beigibt", sagt Steinbach, der mit rund 40 Prozent seiner Stelle Gemeindepfarrer der Erlöserkirche Bad Tölz war.

Spannend bleibe die Frage, ob die Kirchen nach der Pandemie an die Zahlen und Formate von vorher anknüpfen könnten."Vielleicht freuen sich die Menschen nach diesem "Fastenjahr" aber auch wieder auf mehr Miteinander in den Gemeinden", hofft Steinbach, der sich im Ruhestand gern ehrenamtlich engagieren möchte. 

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