29.06.2018
Jubiläum

Museum "Kirche in Franken" zeigt Ausstellung zu 700 Jahren Hospitalstiftung Windsheim

Vor 700 Jahren stiftete der Windsheimer Bürger Konrad Förster der Stadt ein Spital, bestehend aus Krankensaal und Kapelle. Die spätmittelalterliche soziale Einrichtung hat die Zeiten überdauert und betreibt als "Hospitalstiftung Bad Windsheim" heute ein Seniorenpflegeheim. Die Stadt feiert das 700-Jährige mit einem Festprogramm, zu dem auch das Museum "Kirche in Franken" mit einer Ausstellung beiträgt.

Die Ausstellung "Brauen, Baden, Beten" des Museums "Kirche in Franken" macht mit ausgewählten Exponaten Vergangenheit und Gegenwart des Spitals lebendig und zeigt so die Kontinuität der Stiftung, aber auch den Wandel in verschiedenen Facetten auf. Das Brauen, das Baden und das Beten stehen dabei für wichtige Aspekte in der Lebens- und Glaubenswelt der Spitalbewohner im Hochmittelalter und in den darauffolgenden Epochen.

Das Bürgerspital erscheint als eine kleine Stadt in der Stadt, ein Wirtschaftsbetrieb mit eigener Brauerei, Bäckerei und vielen Ländereien in der Umgebung der Reichsstadt. Die überlieferten Dokumente informieren gründlich über die Verwaltung der Finanzen und zeichnen ein detailreiches Bild eines kommunalen Unternehmens mit vielfältigen Einkommensquellen.

Museum "Kirche in Franken" zeigt Ausstellung "Brauen, Baden, Beten"

Schon seit der Eröffnung des Museums Kirche in Franken vermittelt eine eindrucksvolle Rekonstruktion des spätmittelalterlichen Krankensaals Einblicke in den Alltag der Bewohner und des Personals. Die zahlreichen Objekte aus dem Windsheimer Spitalfund von 1983 machen das Leben im Spital in der Zeit um 1500 anschaulich.

Medizinische Aspekte wie das häufige Baden der Kranken und die Versorgung mit einer speziellen Ernährung komplettieren das Bild einer Einrichtung, die den Bedürfnissen der sozial Schwachen und der Altersversorgung der wohlhabenden Bürger gleichermaßen diente.

Museum "Kirche in Franken" gibt Einblicke ins mittelalterliche Spital

In ein Spital konnte man sich zum eigenen Nutzen – als "Pfründner" – einkaufen. Man konnte sich aber auch aus Nächstenliebe für die Versorgung der Bedürftigen einsetzen. Die Wohltäter glaubten, sich durch ihre Stiftungen auch geistliche Verdienste zu erwerben, und hofften auf die Fürsprache der Begünstigten über den Tod hinaus.

Das tägliche Beten für die Stifter gehörte zu den Aufgaben der Bewohner. Der Besuch der Messe war ohnehin Pflicht für alle. Die Ausstellung ermöglicht dazu eine visuelle und akustische Annäherung an den Gottesdienst im Spital.

Das rekonstruierte Archiv des Spitals rückt die schriftlichen Quellen ins richtige Licht. Dem Tod und der Bestattung auf dem eigenen Friedhof ist eine weitere Abteilung gewidmet. Über die Baugeschichte der Kirche, die in der heutigen Gestalt 600 Jahre alt ist, informiert ein Kurzfilm.

 

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