11.06.2018
Glaube und Heimat

Oberfranke stellt als Zeichen der Heimatverbundenheit Gipfelkreuz in Südtirol auf

Auf 2.441 Metern Höhe steht ein neues Gipfelkreuz in den Südtiroler Bergen. Damit will ein gebürtiger Oberfranke ein besonderes Zeichen setzen.
 Transport des Kreuzes auf den Gipfel des Guggenbergs
Alles mit Muskelkraft: Transport des Kreuzes auf den Gipfel des Guggenbergs.

Seit 2010 hat Georg Beitzinger eine neue Heimat: Von Rothenkirchen im Landkreis Kronach zog er nach Bruneck im Pustertal. Zur Region in den norditalienischen Alpen hat er inzwischen eine innige Verbundenheit aufgebaut – und fand dafür einen nicht alltäglichen Ausdruck: ein Bergkreuz.

Gemeinsam mit Freunden trug Beitzinger die beiden von einer Holzbildbauerin geschaffenen Balken auf die Spitze des Berges. Dort hat man das Bergkreuz aufgerichtet und fest im Fels eingepflanzt. Ein Gipfelbuch trägt bereits Namen und Gedanken der Besucher des Gipfelkreuzes – so auch von Bergfreunden aus der Heimat des Stifters des Bergkreuzes, dem Frankenwald.

Verbundenheit mit der Bergwelt

»Es war mein Anliegen, in meiner neuen Heimat Südtirol ein sichtbares Zeichen meiner Dankbarkeit für meinen bisherigen Lebenslauf und meine Verbundenheit mit der Bergwelt rund um Bruneck zu setzen«, erklärt Georg Beitzinger, der auf die für ihn hohe Symbolik des Kreuzes verweist. »Der Gottessohn starb unschuldig für die Menschheit als Erlöser am Schandpfahl und wurde so zum Retter und Heiler – Heiland, zum Mittler zwischen Gott und der Menschheit«, so Georg Beitzinger.

Als prägendes Zeichen des christlichen Glaubens ist das Kreuz vielfach öffentlich sichtbar: auf den Turmspitzen von Gotteshäusern, an Wegesrändern und auf Berggipfeln. Gläubige Christen errichten Bildstücke, Martern und Feldkreuze an Orten von Unglücksfällen zum Innehalten im Gebet für den oder die Verunglückten. »Wenn wir Kinder mit unserer Mutter an einem Bildstock oder einem Feldkreuz vorbeikamen, sagte unsere Mutter: ›Ije Kinne, wje wölln schtenn blej und füe die Verunglücktn bejt, denn dou is woas Schlimmes passiert!‹« (»Ihr Kinder, wir wollen stehen bleiben und für die Verunglückten beten, weil hier etwas Schlimmes passiert ist«), erinnert sich der Rothenkirchener Josef Beitzinger, Vater des Stifters Georg Beitzinger, und ergänzt: »Noch größer ist die Nähe zum Himmel unter einem Gipfelkreuz. Solche Stellen bieten sich besonders an zum Anhalten und Nachdenken; ich nenne es Beten!«.

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