Augsburg (epd). Als erstes bayerisches Bistum hat Augsburg eine KI-Ordnung erlassen. Die sogenannte "Ordnung für den Einsatz von IT-Systemen mit Künstlicher Intelligenz" sei für alle Mitarbeitenden der Diözese verpflichtend, teilte das Bistum am Donnerstag mit. Haupt-, neben- und ehrenamtliche Mitarbeitende sollen die "vielfältigen Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung der täglichen Arbeit" rechtssicher nutzen können.
Die KI-Systeme habe die diözesane IT-Abteilung eingerichtet, teilte das Bistum weiter mit. Mitarbeitende dürften darüber hinaus aber auch frei zugängliche KI-Systeme wie ChatGPT, Claude oder Gemini für dienstliche Zwecke nutzen. Als Beispiele nannte das Bistum die "Erstellung oder Zusammenfassung von Texten, die Erstellung von Illustrationen oder 'assistierende Hilfe' bei social-media-Kampagnen".
Menschliche Beziehungen dürfen nicht durch KI ersetzt werden
Ziel sei die verantwortungsvolle und transparente Nutzung von KI-Anwendungen, um mehr Zeit für Menschen zu gewinnen und kirchliche Angebote verständlicher zu gestalten. Das Bistum betonte zugleich: "KI darf nicht dazu führen, dass menschliche Beziehungen ersetzt oder entwertet werden. KI-System sind so zu konfigurieren, dass soziale, menschliche Interaktion stets gewährleistet ist." Dies sei auch so in der KI-Ordnung verankert.
Laut Bistumsangaben haben neben Augsburg fünf weitere Diözesen eine offizielle Regelung zum Einsatz von KI-Systemen veröffentlicht: die Erzbistümer Köln, Freiburg und Paderborn sowie die Bistümer Rottenburg-Stuttgart und Münster. Deutschlandweit gibt es insgesamt 27 (Erz-)Bistümer, in Bayern sind es sieben.