Neuburg, München (epd). Der Bund Naturschutz (BN) fordert den Stopp der von der Stadt Neuburg geplanten Ostumfahrung mit zweiter Donaubrücke. Die Planungen widersprächen geltendem Naturschutzrecht, teilte der BN am Freitag mit. Die bayerischen Staatsstraßenausbaupläne müssten auf den Prüfstand und einer Klimaverträglichkeitsprüfung unterzogen werden.

Die Stadt Neuburg plane die Ostumfahrung Neuburg als Staatsstraße in Sonderbaulast außerhalb des 7. Ausbauplans für die Staatsstraßen. Der BN habe die Planungsgrundlagen des Projekts zur Verkehrsentwicklung von dem renommierten Gutachterbüro "RegioConsult" aus Marburg bewerten lassen. Das Gutachten komme zu dem Schluss, dass die Planunterlagen fehlerhaft und nicht nachvollziehbar seien. Der BN habe daraufhin eine umfangreiche Einwendung abgegeben.

Das Projekt sei nicht genehmigungsfähig, so die Mitteilung weiter. Das Vorhaben entspreche nicht einer vorausschauenden, maßvollen und nachhaltigen Planung. Die Entlastungen seien nicht nachvollziehbar, neue Belastungen würden geschönt. Da landwirtschaftliche Flächen vernichtet und schützenswerte Natur zerstört werde, missachte das Vorhaben europäisches Naturschutzrecht und widerspreche mit seinen Auswirkungen den deutschen und den bayerischen Klimaschutzzielen.

Martin Geilhufe, Landesbeauftragter des Bundes Naturschutz in Bayern, kritisierte: "Anstatt eine umfassende Verkehrswende einzuleiten, werden den Bürgerinnen und Bürgern der Neu- und Ausbau von Straßen als Lösung vermittelt." Damit werde das Problem der Verkehrsbelastung aber nicht gelöst und zudem auf dem Rücken von Natur, Landschaft und Umwelt ausgetragen. "Wir fordern die bayerische Staatsregierung auf, die Bedarfsplanung für Staatsstraßen mit Berücksichtigung von Klima- und Umweltverträglichkeit zu überprüfen und neu zu bewerten", sagte Geilhufe.