Hamburg, München (epd). Die Frauen-Union der CSU will laut einem Medienbericht möglicherweise die Bestrafung von Freiern von Prostituierten fordern. "Meine persönliche Tendenz geht in Richtung Sexkaufverbot", sagte Ulrike Scharf, die Vorsitzende der Frauen-Union in Bayern, dem "Spiegel" laut Vorabmeldung. Bevor man einen Beschluss fasse, will sie das Thema in ihrer Partei breit diskutieren und weitere Expertise einholen, sagte die frühere bayerische Verbraucherschutzministerin.

Derzeit beschäftige sich eine Projektgruppe der Frauen-Union mit den negativen Folgen von käuflichem Sex. Laut Scharf werden deren Erkenntnisse in einen Tagesordnungspunkt für die Landesvorstandssitzung einfließen. 2022 könnte die Landesversammlung dann per Beschluss ein generelles Verbot einfordern: "Ich halte es zudem für wichtig, dass der Staat die Kontrollen und Sanktionen, die das bestehende Prostituiertenschutzgesetz bereits ermöglicht, konsequent nutzt."

Der Vorstand der CDU-Frauen-Union hatte sich bereits im Juni 2020 für einen Gesetzentwurf ausgesprochen, der käuflichen Sex in Deutschland unter Strafe stellt. Deutschland hat bislang eines der liberalsten Prostitutionsgesetze innerhalb der Europäischen Union. Befürworter eines Sexkauf-Verbots verweisen auf den Erfolg des "Nordischen Modells", bei dem es eine "asymmetrische Kriminalisierung" gibt - das heißt, dass nur die Freier bestraft werden, nicht die Prostituierten.

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