Miesbach (sob). Der Miesbacher Landrat Olaf von Löwis of Menar (CSU) will trotz Anfeindungen im Streit um eine Flüchtlingsunterkunft in seinem Landkreis nicht nachgeben. Im Gespräch mit "Focus Online" betonte er am Dienstag:

"Wir sind überfordert mit dem Ausländerhass, nicht mit den Flüchtlingen selbst."

Seit Februar gibt es in der Gemeinde Warngau, die zum Landkreis Miesbach gehört, Ärger. Dort soll ein Containerdorf für Geflüchtete errichtet werden. Landrat von Löwis wurde bei einer Infoverstanstaltung Anfang des Jahres beschimpft und bedroht, er verließ den Ort unter Polizeischutz. 

Die Veranstaltung habe für ihn eine Zäsur bedeutet, erklärt von Löwis. "Ich hätte dem Mob auch nachgeben und die geplante Unterkunft verkleinern oder an einen anderen Ort verlegen können. Aber was hätte das gebracht? Wahrscheinlich nichts, die Wut wäre nicht aus dem Landkreis verschwunden und die Flüchtlinge auch nicht." Man dürfe den rechten Parolen nicht nachgeben und müsse gelassener werden, wenn Flüchtlingsfeinde mit ihren Forderungen provozierten.

Von Löwis erklärt weiter, er setze beim Umgang mit Anfeindungen auf Transparenz. Bei vielen Bürger*innen wirke das.

"Aber eine kleine Gruppe ist tatsächlich nicht mehr empfänglich für Argumente oder die menschlichen Schicksale der Flüchtlinge."

Kürzlich sei er bei der Eröffnungs eines Inklusionsspielplatzes als "Judas" beschimpft worden. Auch seine Mitarbeitenden würden immer wieder angefeindet.