München (epd). Aus Sicht der Filmemacherin Doris Dörrie wird in Deutschland zu wenig für sterbende Menschen gesorgt. "Wir alle möchten in Würde alt werden, wir möchten gut gepflegt werden und einen guten Tod sterben. Keiner will irgendwo landen, wo er dahinsiecht, Schmerzen hat und allein ist", sagte die 71-Jährige der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstag) und fügte hinzu: "Also müssen wir dafür sorgen, dass sich etwas ändert und wir nicht alles auf dem Rücken der Angehörigen austragen lassen."

Die Regisseurin und Autorin fragte: "Wie viele Hospiz-Plätze gibt es in München?" Da seien viel zu wenige. Es sei in den vergangenen Jahren einiges verbessert worden, "aber wir beschäftigen uns nach wie vor zu wenig mit unserem Lebensende".

Film über Pflege mit Roboter

Dörries neuer Film "Frau Winkler verlässt das Haus", der am Donnerstag in den deutschen Kinos startet, handelt von einer alten Frau, die von einem Roboter gepflegt wird. Dörrie sagte in dem Zeitungsinterview, dass das menschliche Gehirn nicht anders könne, als eine Beziehung zu Robotern aufzubauen. "Wenn sich etwas bewegt und spricht, passiert das automatisch. Das sieht man ja auch bei kleinen Kindern", sagte sie: "Wir vermenschlichen den Roboter, das ist einfach unser Wesen."