Gerolfingen (epd). Ob und wann die geplante Denkmallandschaft Hesselberg unter anderem zur NS-Geschichte des Bergs umgesetzt wird, ist nach wie vor unklar. Der Knackpunkt dabei ist das Geld, wie Recherchen des Evangelischen Pressedienstes (epd) ergeben haben. Zwar hat die Landtagsfraktion der Freien Wähler bereits im vergangenen Jahr 180.000 Euro an Fraktionsmittel für die Planung des seit Jahren schon angedachten Projekts bewilligt - bislang konnte aber nur rund die Hälfte der Summe für die Konzeptplanung der Denkmallandschaft abgerufen werden.
Der Teufel steckt dabei im Detail: Die zweite Hälfte dieser Fraktionsmittel ist nämlich für die Umsetzungsplanung des Konzepts gedacht; die Umsetzungsplanung wiederum kann aber erst beginnen, wenn die komplette Finanzierung der Bau- und Umsetzungskosten sichergestellt ist - dafür werden nach epd-Informationen nochmals rund 800.000 Euro benötigt. Die aber sind, trotz verschiedener Zusagen aus der Landespolitik über insgesamt 350.000 Euro, noch nicht ganz zusammen. Nach epd-Informationen fehlt weiterhin eine sechsstellige Summe für die Finanzierung.
Mit der Denkmallandschaft soll die wechselvolle und teilweise dunkle Geschichte des Hesselbergs aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet werden. Dazu gehören die propagandistischen NS-"Frankentage" des fränkischen Gauleiters Julius Streicher zwischen 1933 und 1939, die bis zu 100.000 Menschen anzogen. Streicher sah sich dort als "Prophet des Führers" auf einem "Heiligen Berg der Franken". Aber auch der Hesselberg als "uralter Kulturplatz" soll beleuchtet werden, ebenso das Nachkriegs-Engagement der bayerischen evangelischen Landeskirche ab 1951.
Konkret geplant sind für die Denkmallandschaft eine Ausstellung im Evangelischen Bildungszentrum (EBZ) zur Geschichte des Bergs in der NS-Zeit. Dazu kommen Informationstafeln und digitale Infopoints im Freien. Dabei sollen die umliegenden Ortschaften eingebunden werden. Diese Teile werden vom Bildungsprogramm im EBZ ergänzt. Dazu wurde dort nun eine halbe theologisch-pädagogische Stelle für gesellschaftspolitische Bildung geschaffen, die ab 1. März mit Andrea Erkenbrecher besetzt sein wird.