Fürth (epd). In Bayern sind seit der Corona-Pandemie jährlich mehr Menschen als in den Jahren zuvor gestorben. Erst seit April 2023 würden die Sterbefallzahlen im Freistaat wieder auf dem Niveau der Vorjahre liegen, teilte das Bayerische Landesamt für Statistik (LfStat) am Mittwoch mit. Neben chronischen Herzkrankheiten und Demenz zählt Corona im Jahr 2022 immer noch zu den drei häufigsten Todesursachen, stellten die Expertinnen des LfStat, Karin Tesching und Andrea Buschner fest. Im vierten Quartal 2022 sowie im ersten Quartal 2023 hätten auch Grippewellen zu erhöhten Sterbefallzahlen beigetragen.

Im Vergleich zum Jahr 2019 - dem letzten Jahr vor der Pandemie - sind im Jahr 2020 sieben Prozent mehr Todesfälle registriert worden, im Jahr 2021 gut zehn Prozent und im Jahr 2022 fast 14 Prozent mehr Sterbefälle, hieß es. Die Zahlen seien nur etwa zu einem Drittel auf das Wachstum und die Alterung der Bevölkerung zurückzuführen.

Die Ränge vier bis sechs belegen in der Todesursachenstatistik des Jahres 2022 akute Herzinfarkte, Herzinsuffizienzen und Krebserkrankungen im Bereich der Lunge und Bronchien. Zählt man alle Fälle zusammen, bei denen der Verstorbene am Herzkreislaufsystem oder an Krebs erkrankt war, komme man auf etwa 56 Prozent der Sterbefälle in Bayern im vergangenen Jahr.

Auch äußere Ursachen wie Stürze oder Stoffwechselerkrankungen hätten zur erhöhten Sterblichkeit beigetragen, hieß es. Leicht zurückgegangen seien dagegen die Sterbefallzahlen wegen Krankheiten des Atmungssystems, des Kreislaufsystems oder bösartiger Neubildungen.