München (epd). Die Monacensia-Bibliothek München zeigt für die nächsten zwei Jahre eine Ausstellung zu "Literatur & Haltung. Rachel Salamanders Archiv". Die Schau präsentiere den "weit verzweigten literarischen und politischen Kosmos" der Publizistin Rachel Salamander, erklärte die Monacensia in einer Pressemitteilung. Salamander hatte 1982 mit der "Literaturhandlung" die erste jüdische Fachbuchhandlung in Deutschland nach 1945 eröffnet. Im Zentrum der Ausstellung stehe das "Archiv Salamander", eine über vier Jahrzehnte gewachsene Dokumentation jüdischer Literatur- und Zeitgeschichte.
Zu der Sammlung gehören den Angaben zufolge originale Audioaufnahmen von Lesungen, dazu Fotos, Dokumente, Gästebücher und Fernsehbeiträge. Zu den Gästen der Literaturhandlung zählten seit 1982 zahlreiche Autoren und Intellektuelle, darunter Lily Brett, David Grossman, Ruth Klüger und Amos Oz. Sie sei somit zu einem Ort in Deutschland geworden, "von dem wieder intellektuelles jüdisches Leben ausging", schreibt Salamander in einem Essay zur Ausstellung.
Über 1000 Tondokumente
Im Jahr 2022 überließ Rachel Salamander der Stadt München ihr Archiv mit über 1000 Tondokumenten. Seither wird es im Literaturarchiv der Monacensia im Hildebrandhaus im Rahmen eines mehrjährigen Erschließungs- und Vermittlungsprojekts unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) bearbeitet. Die Ausstellung mache es ab Mittwoch (20. Mai) für zwei Jahre öffentlich zugänglich, hieß es.