Ampfing (epd). Nach dem Unfall eines Schleuser-Fahrzeugs mit sieben Todesopfern hat die Polizei einen staatenlosen 24-Jährigen mit Wohnsitz in Österreich festgenommen. Dem Fahrer des mit 23 Personen überfüllten Transporters sei im Krankenhaus seine vorläufige Festnahme mitgeteilt worden, teilte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd am Freitag mit.

Mittlerweile sind weitere Details zu dem Unglück bekannt. So habe am Freitagmorgen gegen 3.15 Uhr eine Streife der Bundespolizei versucht, das Fahrzeug mit österreichischer Zulassung wegen des Verdachts auf Schleusung illegaler Migranten anzuhalten. Der Fahrer habe den Transporter daraufhin auf bis zu 180 km/h beschleunigt, um sich der Kontrolle zu entziehen.

In der Ausfahrt Ampfing/Waldkraiburg habe der Mann mit laut Polizei "weit überhöhter Geschwindigkeit" die Kontrolle über den Wagen verloren. Das Fahrzeug überschlug sich, mehrere Menschen seien aus dem Wagen geschleudert worden. Sieben Menschen starben sofort, darunter ein sechsjähriges Kind. Weitere 16 Insassen, alle mit syrischer oder türkischer Staatsangehörigkeit, seien zum Teil schwer verletzt in Krankenhäuser eingeliefert worden, darunter auch der mutmaßliche Schleuser.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hatte sich nach dem Unglück erschüttert gezeigt. Der Unfall zeige, auf welch "menschenverachtende Weise Schleuser das Leben von Menschen aufs Spiel setzen", sagte die Ministerin laut einer Pressemitteilung vom Freitag. Ihr Mitgefühl gelte den Opfern und Verletzten. Das "grausame Geschäft der Schleuserbanden" müsse zerschlagen werden.