München (epd). In Bayern sind die Masernfälle in diesem Jahr stark zurückgegangen. Bis zum 10. August wurden lediglich sechs Erkrankungen verzeichnet, während es im Vorjahreszeitraum noch 40 waren, teilte Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) am Sonntag in München mit. Sie führt die Entwicklung auf die konsequente Impfaufklärung im Freistaat zurück.
Der positive Trend in Bayern setzt sich damit fort. Im gesamten Jahr 2025 wurden 43 Masern-Infektionen gemeldet, 2024 waren es 69. Gerlach warnt jedoch davor, die Krankheit zu unterschätzen. "Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit", sagte die Ministerin. Es handle sich um eine hochansteckende Infektion, die schwere Komplikationen bis zum Tod nach sich ziehen könne.
Ansteckungsgefahr weltweit gestiegen
Während die Fallzahlen in Deutschland erfreulich niedrig seien, sei die Krankheit in anderen Weltregionen wieder auf dem Vormarsch. Als Beispiel nannte Gerlach die USA, wo bis Ende Juli mit mehr als 2.300 Fällen der höchste Stand seit über 30 Jahren erreicht worden sei.
Die Impfquoten bei zweijährigen Kindern in Bayern liegen laut Gerlach bei rund 93 Prozent für die erste und etwa 78 Prozent für die zweite Masernimpfung. Die Quote für die zweite Impfung hält sie für zu gering. Erfreulich ist aus ihrer Sicht, dass bei den Schuleingangsuntersuchungen fast alle Kinder vollständig geimpft seien. Im Jahrgang 2024/25 hatten dort 97,2 Prozent der Kinder den vollen Impfschutz.