Am ersten Adventssonntag waren wir im Altenheim im Einsatz. Mit einer Adventsandacht zogen wir von Station zu Station. Wir haben gemeinsam mit den Seniorinnen und Senioren Lieder gesungen. Ein bayerisches Sängerinnentrio war auch dabei. Wir haben uns vor allem über die fröhlich leuchtenden Augen der Bewohner gefreut.

Am Ende der Andacht verteilten wir selbst gebastelte Strohsterne als kleines Adventsgeschenk. Als eine Seniorin einen Strohstern von uns geschenkt bekam, sagte sie:

"Es ist sehr, sehr lange her, dass ich in der Kirche einmal etwas geschenkt bekommen habe."

Ich wandte mich ihr zu, um ihr meine Aufmerksamkeit zu schenken. Dann ergänzte sie: "Das letzte Mal habe ich als Kind im Gottesdienst etwas geschenkt bekommen."

Die Kraft der kleinen Gesten

Man sah ihr an, wie sehr sie sich darüber freute. Das machte mich nachdenklich und berührte mich. Wenn sich Menschen so sehr über kleine Aufmerksamkeiten freuen, warum gibt es dann nicht häufiger welche in der Kirche? Vielleicht einen kleinen Schoko-Nikolaus? Oder eine Blume am Valentinstag?

Wäre es nicht schön, wenn wir als Kirche großzügiger und aufmerksam wären? Damit würden wir letztlich nur der Bewegung Gottes folgen, der uns im Alltag immer wieder liebevoll und überraschend beschenkt.

Ich denke, kein Mensch sollte länger als 50 Jahre warten müssen, bis er oder sie wieder etwas von der Kirche geschenkt bekommt.

Lassen Sie uns überlegen, wie wir Menschen schon jetzt mit einem kleinen Geschenk ein Lächeln ins Gesicht zaubern können.