4.12.2016
Europas Protestanten

Spurensuche in Genf: Was ist protestantisch?

Von der Hochburg des Calvinismus zur internationalen Metropole - das ist Genf. Was verbinden Menschen dort mit dem Protestantismus?
Emmanuel Fuchs, Präsident der Protestantischen Kirche von Genf, vor der Kathedrale St. Peter.
Emmanuel Fuchs, Präsident der Protestantischen Kirche von Genf, vor der Kathedrale St. Peter.

Zuallererst Zeuge Jesu zu sein - wie alle Christen. An die bedingungslose Liebe Gottes zu glauben, in der Freiheit Gottes zu leben, aber auch Verantwortung zu übernehmen.

Emmanuel Fuchs, Präsident der Protestantischen Kirche von Genf
Anne Burghardt, Ökumenereferentin beim Lutherischen Weltbund in Genf.
Anne Burghardt, Ökumenereferentin beim Lutherischen Weltbund in Genf.

In unserer Welt, in der so viele nach der starken Hand einzelner Führer schreien, ist die Idee vom Priestertum aller Gläubigen ganz wichtig. Man kann Verantwortung nicht abschieben, sondern muss sie selber übernehmen. Das Zweite ist die persönliche Beziehung zu Gott. Das bringt einen aber auch schnell von der Kirche weg, das kann es auch nicht sein. Man braucht eine Balance zwischen dem persönlichen Glauben und der Gemeinschaft.

Anne Burghardt, Ökumenereferentin beim Lutherischen Weltbund in Genf
Olivier Fatio, Gründer des Internationalen Reformationsmuseums und emeritierter Professor für Kirchengeschichte in Genf.
Olivier Fatio, Gründer des Internationalen Reformationsmuseums und emeritierter Professor für Kirchengeschichte in Genf.

Wir haben eine Gemeinschaft, in der jeder Verantwortung trägt, in der es keine Hierarchie gibt und einen direkten Zugang zu Gott. Protestanten sind meist etwas asketischer.

Olivier Fatio, Gründer des Internationalen Reformationsmuseums und emeritierter Professor für Kirchengeschichte in Genf
Palomena Sandrena, Stadtführerin in Genf.
Palomena Sandrena, Stadtführerin in Genf.

In katholischen Kirchen gibt es prachtvolle Altäre, Bilder, Fenster und so weiter. Hier im reformierten temple ist nichts! Die haben ihr Geld verwendet für Schulen, Krankenhäuser, für Arme und Alte. Manchmal sagen die Leute dann: Oh, das ist eine arme Kirche! Nein, antworte ich: Dafür hatten die Leute was zu essen.

Palomena Sandrena, Stadtführerin in Genf
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