5.12.2019
Profil und Konzentration

Gräfenberg und Forchheim planen ein "Dekanat Fränkische Schweiz"

Die beiden evangelischen Dekanate Gräfenberg im Kirchenkreis Nürnberg und Forchheim im Kirchenkreis Bayreuth verstärken ihre Zusammenarbeit mit dem Ziel eines verbindlichen Zweckverbands. Wie die Gräfenberger Dekanin Berthild Sachs dem Evangelischen Pressedienst epd sagte, wurden auf einer gemeinsamen Dekanatsklausur in Obertrubach die Weichen für ein mögliches "Dekanat Fränkische Schweiz" gestellt.
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Die benachbarten Dekanate haben sich bereits einen Pool an Prädikanten aufgebaut und wollen künftig unter anderem gemeinsame Fortbildungen für Ehrenamtliche anbieten, Kooperationen bei der Ausbildung von Kirchenchorleitern und Organisten beginnen, gemeinsam Pfarrkonferenzen abhalten oder Projekte in der Erwachsenenbildung und Jugendarbeit zusammen anstoßen. Am 9. Mai findet erstmals eine gemeinsame Dekanatssynode statt. Dekanin Sachs und der Forchheimer Dekan Günther Werner haben sich für dieses kirchenkreisübergreifende Projekt seit zwei Jahren in einem Coaching mit der Gemeindeakademie in Rummelsberg abgestimmt.

Laut Günther Werner sei eine zusätzliche Herausforderung die Landesstellenplanung der bayerischen evangelischen Landeskirche. Da Berthild Sachs zum Jahresende ihr Amt in Gräfenberg verlässt, um ab 2020 in Schwabach ein neues Dekanatsamt zu beginnen, übernehme während der Vakanz der stellvertretende Gräfenberger Dekan Axel Bertholdt, Pfarrer in Neunkirchen am Brand, die Rolle des Ansprechpartners für die Kooperation. Im Dekanat Gräfenberg leben rund 12.000, im Dekanat Forchheim mit Sitz in Muggendorf rund 16.000 evangelische Christen.

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