Der unter anderem für den evangelischen Religionsunterricht zuständige Oberkirchenrat Stefan Blumtritt hat dem Münchner Claudius Verlag zu dessen Auszeichnung mit dem erstmals vergebenen Henny Brenner Preises gratuliert. Dass das Schulbuch "OrtswechselPlus" für die neunte Jahrgangsstufe von der Jury für sein "differenziertes, multiperspektivisches Bild des Judentums" gewürdigt wurde, "unterstreicht seine besondere Bedeutung", sagte Blumtritt am Mittwoch dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Der Claudius Verlag wurde in der Kategorie "Sekundarstufe" ausgezeichnet. Die Jury hob in ihrer Würdigung die dargestellte jüdische Vielfalt hervor, die religiöse wie säkulare Identitäten einschließe und mit persönlichen Texten gängigen Klischees entgegenwirke.

Das Buch fördere zudem "eine kritische Auseinandersetzung mit dem eigenen kulturellen Hintergrund", indem man auch christlichen Antijudaismus thematisiere. Das Kapitel zum Judentum gehöre "zu den besten, die in Religions- und Ethikschulbüchern bisher gesehen wurden".

Blumtritt: Antisemitischen Tendenzen entgegenwirken

Oberkirchenrat Blumtritt gratulierte dem evangelischen Claudius Verlag, dem Herausgeber sowie allen am Buch beteiligten Autorinnen, Autoren und Mitarbeitenden. Gerade solche Darstellungen des Judentums seien "unverzichtbar, um Schülerinnen und Schüler sachlich aufzuklären, Vorurteile abzubauen und antisemitischen Tendenzen in unserer Gesellschaft wirksam entgegenzuwirken", sagte Blumtritt weiter. Neben dem Claudius Verlag wurde auch der Wochenschau Verlag aus Frankfurt am Main mit einem Sonderpreis ausgezeichnet.

Der neu geschaffene Henny Brenner Preis ist in jeder der beiden Kategorien mit 5.000 Euro dotiert und wurde am Dienstagabend in Berlin übergeben. Er erinnert an die Shoah-Überlebende Henny Brenner (1924-2020), die sich zeitlebens für Versöhnung und Erinnerung engagiert hat.

(om/epd)