ist dies eine willkommene Unterstützung für die Erhaltung und Belebung der Kirche. Für den Stifter ein Dankeschön für ein gelungenes Leben mit vielen Unwägbarkeiten.
Robert König, geboren 1941 oder 1942 in Schweinfurt, erlebte eine Kindheit, die früh von Verlust und finanzieller Not geprägt war. Sein Vater fiel nur wenige Wochen nach seiner Geburt im Krieg, seine Mutter, die ihn im Alter von 24 Jahren zur Welt brachte, musste ihn allein erziehen. Trotz der Härten wurde er christlich geprägt und fand in der evangelischen Jugend sowie im CVJM eine feste Anlaufstelle. "Zur Konfirmation erhielt ich einen Bibelvers aus Matthäus 6,33 – "Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen". Den Sinn habe ich erst viel später im Leben verstanden", erklärt König.
Die finanzielle Realität und die rauen Umgangsformen, die er während seiner Maurerlehre kennenlernte, motivierten ihn stark, sich "nach oben" zu arbeiten. Aufgrund schlechter Noten verließ er das Gymnasium nach der Mittleren Reife. Doch seine Entschlossenheit führte ihn zu einem dreijährigen Ingenieursstudium in Würzburg, das er als Jahrgangsbester abschloss. Er begann in einer großen Stuttgarter Tiefbaufirma und stieg bereits mit 25 Jahren zum Bauleiter auf. "Ich war sparsam und wusste gut mit meinem Gehalt umzugehen. Ich schlief sogar auf den Baustellen, um die Kosten für Hotelübernachtungen einzusparen", erinnert er sich.
In München lernte er seine spätere Frau Christlieb kennen, mit der er 53 Jahre lang verheiratet war, bis zu ihrem Tod im Jahr 2023. Das Paar, das kinderlos blieb, baute ein Haus in München-Gern und später ein weiteres in Gunzenhausen, der Heimat seiner Frau. Fast jedes Wochenende verbrachte das Paar im Fränkischen Seenland und engagierte sich intensiv in der Christuskirche in München-Neuhausen. Christlieb König war im Kirchenvorstand aktiv, und Robert König diente sogar 13 Jahre lang als Kirchenpfleger. Dort gründete das Paar 2008 die Stiftung Christuskirche. Gemeinsam organisierten die Königs über Jahre hinweg Seniorenfahrten der Kirchengemeinde in die Fränkische Seenlandschaft, beispielsweise nach Kalbensteinberg.
"Die Rieterkirche in Kalbensteinberg war für uns ein besonderer Ort. Dort feierten wir unsere Goldene Hochzeit", sagt König. Aus dieser Verbundenheit heraus hegte er den Wunsch, zusätzlich zu seinem Engagement in der Stiftung Christuskirche eine zweite Stiftung in Kalbensteinberg zu gründen.
Im Rückblick auf sein erfülltes Leben stellt Robert König fest, dass sich sein Konfirmationsspruch doch bewahrheitet hat: Er habe viel Glück und ein gutes Leben gehabt, und ihm sei tatsächlich "sehr viel zugefallen". Dieses Glück möchte er nun zurückgeben.
Ein Glücksgriff für die Pfarrerin
Wenn Antonia Pohler durch "ihre" Rieterkirche in Kalbensteinberg geht, leuchten ihre Augen. "Es ist einfach herrlich hier", sagt die 33-Jährige. "Man spürt, dass diese Kirche über Jahrhunderte unverändert geblieben ist. Das macht sie besonders." Für die Pfarrerin war Kalbensteinberg ein Glücksgriff. "Wir haben tolle Chorarbeit, starke Familienarbeit und eine Gemeinde, die unglaublich hilfsbereit ist." Pohler schätzt an ihrer Gemeinde besonders, dass es "nicht irgendwie alte modrige Dorfgemeinde" ist. Die Gemeindemitglieder seien "mega hilfsbereit und einfach dabei, weil es ihnen auch Freude macht". Mit rund 450 Gemeindegliedern und bemerkenswerten 100 aktiven Mitarbeitern ist die Gemeinde lebendig. Es gibt einen Kinderchor, einen Kirchenchor, einen Posaunenchor, ein Flötenensemble und eine engagierte Kindergottesdienstarbeit, die auch Familiengottesdienste organisiert. Die klassische Ausrichtung der Gottesdienste wird von den Leuten geschätzt und nachgefragt.
Der Hauptzweck der geplanten Stiftung ist die Sicherung des Baus und des Unterhalts des Kirchengebäudes. Das Anfangsvermögen der Stiftung sei noch überschaubar, aber es könne wachsen. Und es eröffne neue Möglichkeiten: "Natürlich steht der Bau im Vordergrund. Aber wenn wir weiterdenken, dann wäre es schön, die Kirche noch einladender zu machen. Unsere Paramente sind zum Beispiel ausgebleicht – neue könnten ein sichtbares Zeichen sein, dass hier etwas geschieht."
Ein Stiftungsbeirat mit mindestens fünf Personen soll künftig über die Mittelverwendung entscheiden. "Es ist gut, dass es nicht allein in meiner Hand liegt", betont die Pfarrerin. Neben der Bausubstanz könnte auch die Gemeindearbeit profitieren – von der Chorarbeit bis zu Familienangeboten. "Wir haben hier für ein kleines Dorf eine erstaunlich lebendige Gemeinde. Wenn wir das durch die Stiftung stärken können, ist viel gewonnen."
Jüngste Renovierungen und anstehende Herausforderungen
In jüngster Zeit wurden bereits umfangreiche Arbeiten durchgeführt. Im Jahr 2019 wurde das Dach renoviert und Steinarbeiten außen am Gebäude vorgenommen, wobei auch die Sonnenuhr neu gezeichnet und das neue Zifferblatt angebracht wurde. Pfarrerin Pohler kam 2020 und konnte somit die abgeschlossenen Renovierungsarbeiten genießen. Auch die Orgel wurde in den letzten Jahren für fast 40.000 Euro renoviert und ist nun ein exzellentes Instrument für Konzerte.
Dennoch stehen weiterhin Aufgaben an. Ein Stück Stein ist aus der Decke der Sakristei gefallen, nachdem ein sehr trockener Sommer die Bausubstanz beansprucht hatte. Das Wiedereinsetzen dieses Stücks ist eine große Aufgabe für die kommenden Jahre und wird voraussichtlich einen fünfstelligen Betrag kosten.
Die Rieterkirche ist nicht nur historisch bedeutsam, sondern auch architektonisch beeindruckend, mit ihrem wunderbaren, freitragenden Gewölbe im Chorraum. Sie wird auch als "fränkisches Schatzkästlein" bezeichnet und hat den Bildersturm überstanden.
Die Geschichte der Rieterkirche reicht weit zurück. Der Ort Kalbensteinberg wurde erstmals 1248 urkundlich erwähnt und von Spalt aus besiedelt. Eine kleinere Vorgängerkirche existierte bereits, doch das heutige imposante Gotteshaus wurde durch die Familie Rieter errichtet. Es war Paulus Rieter, der diesen großen Kirchenbau initiierte. Zwischen 1610 und 1613 erfolgte ein umfassender Umbau unter Hans Rieter, genannt Hans V., einem Mitglied der Rieter-Familie. Man sagt ihm nach, dass er im Herzen Katholik geblieben war, aber aus familiären und geschäftlichen Gründen (insbesondere mit der Reichsstadt Nürnberg) Protestant sein musste. Die Familie Rieter hatte ihren zweiten Sitz in Kornburg bei Nürnberg, wo sich auch das Schloss Kornburg befindet. Die Kirche ist seit etwa 1540 evangelisch. Seit Hans Rieters Umbau hat die Kirche in dieser Form ihr Erscheinungsbild seit gut 400 Jahren kaum verändert.
Ein Highlight in der Kirche ist die "Bilderbibel", auch "Armenbibel" genannt, ein faszinierendes Konfessionsbild, das das Leben Jesu und Marias miteinander verwebt. Dieses Stück, nach 1610 in die Kirche gekommen, war ein Geschenk von Hans Rieters Schwester, die wusste, dass es ihm gefallen würde. Besonders spannend sind die Darstellungen, die mit Nürnberger Lokalkolorit angereichert sind, und die immense Arbeit, die in jede der insgesamt 56 Miniatur-Darstellungen geflossen sein muss. Wie viele andere wertvolle Stücke hängt auch dieses nicht in einem Museum, sondern frei in der Kirche, geschützt durch testamentarische Verfügungen der Rieter-Familie.
Terracotta-Madonna und Glassärge
Die Kirche ist als St. Marien und Christophoruskirche geweiht und beherbergt eine erstaunliche Anzahl von Marienfiguren und -abbildungen, was für eine evangelische Kirche ungewöhnlich ist. Dazu gehört eine zentrale Madonna im Altar und besonders hervorzuheben ist die Terracotta-Madonna, die einst Wundertaten vollbringen konnte und "Blut weinte", indem Wasser, das in ihre Krone gefüllt wurde, an ihren Augen austrat. Diese Madonna trug in der Vergangenheit zur Finanzierung der Vorgängerkirche durch Ablasszahlungen bei. Im 19. Jahrhundert wurde sogar ein Bild Jesu angefertigt, um die große Madonna im Altar zu verdecken, da möglicherweise zu viele Mariendarstellungen in der evangelischen Kirche als störend empfunden wurden.
Die Rieter haben sich in der Kirche vielfältig verewigt. Ihre Totenschilde erinnern an ihre Verdienste. Hans Rieter ließ unter dem Altarraum eine Gruft einziehen, die 13 Glassärge und einen Steinsarkophag enthält; letzterer birgt eine unbekannte Person. Der Zugang zur Gruft ist der Öffentlichkeit nicht gestattet, außer für besondere Anlässe wie den alljährlichen Kirchputz durch Konfirmanden. Auch die Predella am Fuße des Altarbildes ist ein Familiengemälde von Hans Rieter, das ihn mit seinen drei Frauen und Schloss Kornburg zeigt. Die Kirche besitzt zudem Herrschaftsemporen, die einst der Rieter-Familie vorbehalten waren und von außen zugänglich sind.