26.03.2017
Landessynode

Synode Coburg 2017: Kirche gehört in Gesellschaft

Mit einem festlichen Gottesdienst in der historischen Coburger Morizkirche ist die Frühjahrstagung 2017 der bayerischen Landessynode eröffnet worden.
Gottesdienst zur Eröffnung der Landessynode in der Morizkirche in Coburg.
Gottesdienst zur Eröffnung der Landessynode in der Morizkirche in Coburg.

Christen gehören nicht dahin, wo Geld und Besitz ist, sondern "nach unten, mitten in die Welt". Das sagte Pfarrerin Kathrin Oxen aus der Lutherstadt Wittenberg beim Gottesdienst in der historischen Coburger Morizkirche zur Eröffnung der Frühjahrstagung 2017 der bayerischen Landessynode.

Auch trotz der zurückgehenden Zahlen müsse die Kirche nicht mit Angst in die Zukunft sehen. Dennoch bleibe auch 500 Jahre nach der Reformation die Ungewissheit, wie es mit der Reformation und mit der Kirche weitergehe, sagte die Pfarrerin laut Redemanuskript auf der Kanzel, von der auch Martin Luther bei seinem Aufenthalt in Coburg predigte.

Beschluss zur Barmer Theologische Erklärung

Inhaltliche Schwerpunkte der Landessynode, die bis 30. März 2017 in Coburg tagt, sind ein umfassender Reformprozess der Kirche und die "Barmer Theologische Erklärung" aus der NS-Zeit. In den Plenumssitzungen werden die 108 Synodalen, in der Mehrzahl Laien, einen grundsätzlichen Beschluss zu dem Reformprozess "Profil und Konzentration" fassen, wie die Landeskirche mitteilte. Mit diesem Konzept will die Kirche ihre Angebote konkret an den Perspektiven und "heutigen Lebensfragen" der Menschen ausrichten.


In einem weiteren Beschluss muss das Kirchenparlament der rund 2,5 Millionen bayerischer Protestanten entscheiden, ob die "Barmer Theologische Erklärung", ein Dokument der "Bekennenden Kirche" gegen die NS-Ideologie, in die Kirchenverfassung aufgenommen werden soll. Zu dieser Frage konnten die 1.530 Gemeinden, die kirchlichen Einrichtungen und theologischen Fakultäten Stellungnahmen abgeben. Außerdem wird sich die Synode mit Eingaben und Anträgen befassen, die vom Umweltschutz bis hin zur Finanzierung von Personal und Sachkosten für die Gemeinden reichen.

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Synode besucht thüringisches Eisfeld

Bei Begegnungen werden sich die Synodalen ein Bild über die kirchliche Arbeit vor Ort machen. Auf dem Programm stehen Besuche bei der benachbarten mitteldeutschen Kirche im thüringischen Eisfeld, bei der Schulsozialarbeit und den diakonischen "Werkstätten für angepasste Arbeit" in Ahorn bei Coburg, in denen 900 Menschen mit körperlichen, geistigen und psychischen Einschränkungen Bauteile für Autos fertigen.

Schließlich wandeln die Synodalen an der historischen Lutherstätte Coburg auch auf den Spuren des Reformators und besichtigen den Aufbau der Bayerischen Landesausstellung 2017 "Ritter, Bauern, Lutheraner" auf der Veste Coburg.

Stichwort Landessynode

Mit weitreichenden Kompetenzen und Befugnissen bestimmt die Landessynode, die zu ihrer Frühjahrstagung in Coburg zusammenkommt, den Kurs der evangelischen Kirche. Zusammen mit dem Landesbischof und dem Landeskirchenrat bildet die Synode die Kirchenleitung der rund 2,5 Millionen bayerischer Protestanten. Die 108 Synodalen, in der Mehrzahl Laien, beschließen den Haushalt, verabschieden die Kirchengesetze und wählen den Landesbischof. Das griechische Wort "Synode" bedeutet "gemeinsamer Weg" oder "Versammlung zur Beratung".

Die Landessynode kommt zweimal im Jahr in unterschiedlichen bayerischen Städten zusammen. Während die Herbsttagungen dem kirchlichen Haushalt gewidmet sind, stehen bei den Frühjahrstagungen inhaltliche Fragen auf dem Programm. In Coburg werden sich die Synodalen beispielsweise mit dem kirchlichen Reformprozess "Profil und Konzentration" befassen.

Die Synodalen werden von den rund 13.000 bayerischen Kirchenvorstehern gewählt. Die Zusammensetzung der Synode spiegelt den evangelischen Grundsatz eines "Priestertums aller Getauften": Die Mehrzahl der Synodalen sind Laien. Neben ihnen sitzen gewählte Vertreter aus der Pfarrerschaft, den theologischen Fakultäten, Jugenddelegierte und berufene Mitglieder, darunter Finanzminister Markus Söder (CSU) und SPD-Landtagsfraktionschef Markus Rinderspacher.

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