Zum Weltkindertag am 20. September haben sowohl der Evangelische Kita-Verband Bayern als auch die Diakonie Bayern die Politik aufgefordert, Kinderrechte konsequenter umzusetzen. Im Zentrum stehen dabei gerechte Bildungschancen und die stärkere Beteiligung junger Menschen an politischen Entscheidungen.
"Bildungserfolg beginnt in der Kita", sagte Christiane Münderlein, Vorständin Bildung und Soziales des Evangelischen Kita-Verbands, am Freitag. Noch immer hänge dieser in Bayern zu stark von Herkunft, Einkommen, Wohnort der Eltern oder der Finanzkraft der Kommunen ab. Eine auskömmliche Finanzierung müsse gerade benachteiligte Regionen stärken:
"Jeder Cent, der durch die Neuverteilung des Familien- und Krippengeldes übrigbleibt, muss – wie zugesagt – in den Kitas ankommen."
Auch Sandra Schuhmann, Sozial-Vorständin der Diakonie Bayern, betonte die Dringlichkeit. Die Umsetzung von Kinderrechten sei eine "Überlebensfrage unserer Gesellschaft". Sie warnte:
"Wenn die Politik die junge Generation jetzt nicht ernst nimmt, verspielen wir nicht nur ihre Zukunftschancen, sondern auch das Vertrauen in unsere Demokratie."
Kinder und Jugendliche müssten stärker in Entscheidungsprozesse einbezogen werden – insbesondere mit Blick auf die anstehenden Kommunalwahlen 2026.
Weltkindertag: Kinderrechte - Bausteine für Demokratie
Die Diakonie verwies auf alarmierende Entwicklungen: Der Anteil der Minderjährigen in Deutschland ist seit 1970 stark gesunken, während ältere Generationen zahlenmäßig wachsen. Zugleich nimmt die Einsamkeit unter jungen Menschen zu – fast ein Viertel der 18- bis 29-Jährigen leidet darunter, viele berichten von Erschöpfung und Selbstzweifeln.
Münderlein wie Schuhmann sehen in Bildung und Beteiligung zwei Seiten derselben Medaille: Wer Demokratie stärken will, dürfe Kinder nicht übergehen. Sozial benachteiligte Kinder profitierten überproportional von qualitativ hochwertiger Betreuung; gleichzeitig brauche es Räume, in denen ihre Perspektiven gehört werden.
Der Weltkindertag von Unicef Deutschland und dem Deutschen Kinderhilfswerk steht in diesem Jahr unter dem Motto "Kinderrechte – Bausteine für Demokratie". Für Diakonuie und Kita-Verband sind das nicht nur wohlmeinende Absichtserklärungen, sondern "handfeste politische Verpflichtungen".
(om/epd)