3.05.2017
Wittenberg

Fünf Highlights, die Sie sich auf der Weltausstellung Reformation nicht entgehen lassen sollten

In sieben Torräume ist die Weltausstellung Reformation um die Wittenberger Altstadt unterteilt. Zu mehr als 100 Konzerten, Andachten und Diskussionen wöchentlich laden Organisationen aus aller Welt ein und beschäftigen sich dabei mit den Themen Spiritualität, Jugend, Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung, Globalisierung, Kultur sowie Ökumene und Religion. Was Sie bei Ihrem Wittenbergbesuch unbedingt auf Ihre Checkliste setzen sollten, lesen Sie hier in den Tipps.
Übersichtskarte Weltausstellung
Wie ein Gürtel legt sich die Weltausstellung Reformation um die Wittenberger Altstadt.

1. Zwischen Himmel und Erde…

…rotiert das Riesenrad der Seelsorge in der Evangelischen Kirche. Wer eine Auszeit vom Getümmel auf der Weltausstellung braucht, kann sich hier in aller Ruhe über die Torräume schaukeln lassen – und so den bayerischen Garten nebenan aus der Vogelperspektive entdecken. Auf Wunsch steigt ein Pfarrer mit in die Kabine und hört zu oder ist einfach nur da.


Wo? Das Riesenrad befindet sich hinter der Universitätsstiftung Leucorea in den südlichen Wallanlagen und gehört zum Torraum "Ökumene und Religion"

 

2. Kunst in der Zelle

Weltausstellung Reformation: Altes Gefängnis - Luther und die Avantgarde

Vieles von dem, was schon Luther umtrieb, beschäftigt uns auch heute: freie Meinungsäußerung, Kriege, Glaube und Kirche, das Streben nach Selbstbestimmung. In den Zellen des ehemaligen Wittenberger Gefängnisses zeigen mehr als 65 internationale Künstler ihre Haltung zu diesen Themen und den Gedanken der Reformation. Zwischen 1,5 und zehn Quadratmeter stehen ihnen dafür jeweils zur Verfügung. Wozu sich Größen aus der Kunstszene wie Ai Weiwei, Markus Lüpertz oder Olafur Eliasson inspiriert fühlten, sehen Besucher von " Luther und die Avantgarde" in den alten Gemäuern am Westrand der Altstadt.


Die Ausstellung öffnet während des Reformationssommers täglich von 10 bis 19 Uhr. Tickets sind in Kombination mit den Eintrittskarten zur Weltausstellung erhältlich.

 

3. "Ich bin getauft"

Taufstein im Erlebnisraum Taufe in Wittenberg

Diesen Satz soll Martin Luther immer wieder mit Kreide auf seinen Tisch geschrieben haben. Denn an seine Taufe erinnern konnte er sich wie die meisten von uns nicht. Aber er war sich der Bedeutung des Moments bewusst, in dem eine Handvoll Wasser das Leben verändert und der Glaube im Christen verankert wird. Der "Erlebnis-Raum Taufe" in der Altstadt bietet Gästen die Gelegenheit, sich an multimedialen Stationen über die Taufe zu informieren und – sofern bereits getauft – an sie zu erinnern. Dazu kann man es Luther gleichtun und auf einen Tisch schreiben oder sich von einem Mitglied der Landeskirche Hannovers eine Tauferinnerung zusprechen lassen – an einem etwa 500 Jahre alten und 500 Kilogramm schweren Taufstein.

 

Wo? Am Stadtgraben / Ecke Collegienstraße. Öffnungszeiten während der Weltausstellung von Mittwoch bis Montag von 10 bis 18 Uhr.  

 

4. Ein Ausflug ins Mittelalter

Mittelalterliches 360-Grad-Panorama des Wittenberger Zentrums

Wer ganz genau hinsieht, erkennt im Gewusel auf dem Schlossplatz den Künstler selbst, Yadegar Asisi. Dann natürlich Martin Luther, dessen Weggefährten, einen Juden, der aus der Stadt verbannt wird, oder den Kurfürsten auf seinem Pferd. Unter dem Titel " Luther 1517" zeigt das 360-Grad-Panorama das Zentrum Wittenbergs, wie es einst gewesen sein soll. Das 15 mal 75 Meter große Rundbild ist aus zig Einzelfotos zusammengesetzt. In etwa einer Viertelstunde erlebt der Besucher die Lutherstadt sowohl bei Tag als auch in der Nacht, begleitet vom Sound der Szenerie aus dem 16. Jahrhundert. Alleine in den ersten fünf Monaten nach seiner Eröffnung haben 100.000 Menschen das Panorama besucht.


Die Ausstellung öffnet täglich von 10 bis 18 Uhr. Führungen finden immer um 11 und um 15 Uhr statt.

 

5. Vom Roboter gesegnet

Lichtkirche mit Erlebnisraum "Segen"

Er wirkt wie eine Maschine für Kontoauszüge. Aber " BlessU-2" spuckt auf Wunsch keine Zahlen, sondern Segenssprüche aus: wählbar mit Männer- oder Frauenstimme und ausgedruckt zum Mitnehmen als Segen to-go. Mit diesem Beitrag zum Torraum "Globalisierung. Eine Welt" will die Evangelische Kirche von Hessen und Nassau zum Gespräch anregen: Was kann Technik leisten und welchen Wert hat doch ein Segen, der von einem Menschen gegeben wird? In der preisgekrönten LichtKirche auf demselben Gelände finden Besucher einen weiteren Erlebnisraum zum Thema Segen. Wer sich taufen oder vermählen lassen möchte, dem bietet sich hier die Chance. Den Segen spricht dann auch ganz bestimmt kein Roboter.


Für Taufen und Hochzeiten ist eine Anmeldung bei der Evangelische Kirche von Hessen und Nassau bis spätestens 14 Tage vor dem Wunschtermin erforderlich.

 

ShareFacebookTwitterShare

Weitere Artikel zum Thema:

Reformation & Weltausstellung

Martin Burchard - freischaffender Künstler
Zur Weltausstellung anlässlich des 500. Reformationsjubiläums gestaltet die bayerische Landeskirche in der Lutherstadt Wittenberg einen Bayerischen Garten. Einer der Hingucker dort wird die 80 Meter lange "Große Krippe" von Martin Burchard sein. Im Gespräch mit Christina Özlem Geisler erzählt der Tübinger Künstler und Diplom-Pädagoge, was es mit der Krippe auf sich hat.

Sommer der Reformation

Bayerischer Garten in Wittenberg
Nur noch wenige Wochen trennen Wittenberg vom Startschuss zur Weltausstellung. Hier am Nullmeridian der Reformation feiert die evangelische Kirche in diesem Sommer mit hunderten Veranstaltungen ihr 500-jähriges Bestehen. Auch die Evangelisch-Lutherische Kirche aus Bayern (ELKB) ist dabei. Unsere Reporterin Christina Özlem Geisler war vor Ort und hat sich das Gelände der Bayern angesehen.