War Martin Luther Mystiker? Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten. Mystik bedeutet den Vorrang von Glaubenserfahrung vor theologischen Konstrukten. Luthers Theologie beginnt mit den Erfahrungen einer angefochtenen Seele. Die Weltsicht des jungen Luther ist geprägt von Höllenfurcht. Der Gottesschrecken befällt den Jurastudenten im Gewitter. Er wird Mönch. 

Aber im Kloster hört sein innerer Kampf nicht auf. Trotz der liebevollen Führung durch seinen mystisch geprägten geistlichen Vater Johannes Staupitz ist der junge Mönch der Verzweiflung nah. Die Idee eines absolut gerechten Gottes im Himmel treibt ihn fast zum Wahnsinn. Kann ein gerechter Gott mich lieben, eine vollkommen unvollkommene Person? Staupitz verweist ihn auf Christus, der uns das barmherzige Antlitz Gottes zeigt. Mit wenig Erfolg. 

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