Seit dem 10. Dezember 2025 ist in Australien Schluss mit Social Media für alle unter 16 Jahren. Das heißt für Kinder und Jugendliche bis 16: Keine eigenen Konten mehr.
Das neue Gesetz sorgt für gemischte Reaktionen. Viele Australier:innen sehen es als Schutz für die mentale Gesundheit, Jugendliche und Fachleute warnen aber vor Isolation.
Verantwortung liegt bei TikTok, Instagram, Facebook
Die Verantwortung für die Umsetzung liegt komplett bei den Plattformen wie TikTok, Instagram, Snapchat, Facebook, Threads, X, YouTube, Twitch, Reddit und Kick.
Um das Alter zu überprüfen, setzen die Plattformen auf eine Mischung aus Ausweisen, Gesichtserkennung und digitalen Spuren im Netz.
Auch die Eltern sind dabei gefragt: Laut Umfragen wollen 29 Prozent das Verbot strikt durchsetzen, 53 Prozent selektiv vorgehen und 13 Prozent nichts unternehmen.
Expert:innen rechnen damit, dass gerade bei 15- bis 16-Jährigen zumindest anfangs noch einiges schiefgehen wird. Die eSafety-Kommission soll die Umsetzung monatlich überprüfen – und kann bei Verstößen Strafen von bis zu 30 Millionen Euro verhängen.
Gemischte Reaktionen aus der Wissenschaft
- Neurowissenschaftler:innen loben das Verbot: Kinder bekommen so Zeit, wichtige Fähigkeiten wie emotionale Intelligenz, Konzentration und Kommunikationsfähigkeit bis 16 Jahre zu entwickeln, bevor Social Media darauf Einfluss nimmt.
- Gleichzeitig warnen 140 Wissenschaftler:innen, darunter viele Psycholog:innen, in einem offenen Brief vor den Risiken einer pauschalen Sperre. Ihr Appell: Jugendliche sollten lernen, soziale Netzwerke bewusst und gesund zu nutzen.
Das australische Modell zieht international Aufmerksamkeit auf sich – weitere Länder denken über ähnliche Regeln nach.
Unser Tipp an alle Eltern: Redet mit euren Kindern über Social Media, legt gemeinsam Regeln fest und bietet altersgerechte Alternativen an. So lernen Jugendliche, Plattformen bewusst zu nutzen, statt plötzlich komplett ausgeschlossen zu werden.