"Wenn du dieses Video geschickt bekommst, ist das dein Zeichen, deiner Freundin diesen Herbst einen ‚Boo Basket‘ zu schenken." Solche Nachrichten kursieren derzeit auf TikTok und Instagram, verschickt von (jungen) Frauen als kleiner Wink mit dem sprichwörtlichen Zaunpfahl.

Doch was steckt eigentlich hinter dem Trend? "Boo" hat gleich zwei Bedeutungen: Zum einen ist es ein englischer Kosename wie "Baby" oder "Schatz". Zum anderen erinnert es an das "Buh!" eines Geistes – und passt damit zum Herbst und zu Halloween. "Basket" heißt auf Deutsch Korb. Ein "Boo Basket" ist also ein herbstlicher Geschenkekorb für den Lieblingsmenschen.

Alles, was die Herbstsaison gemütlich macht

Und was kommt hinein? Auf Social Media füllen ihn Kreative mit allem, was die Herbstsaison gemütlich macht: Pantoffeln, Decken, Kissen mit Kürbismotiven, Kerzen, Kuscheltiere, Pyjamas, Pullis, Kürbis-Latte-Gewürz, Socken, Kekse, Schokolade – oder oder oder. Kürbis ist dabei fast immer ein Thema, ob als Geschmack, Duft oder Aufdruck.

Schöne Idee – aber mit Haken? Wer im Herbst gerne auf der Couch sitzt, liest, Kaffee trinkt oder fernsieht, wird sich über so einen liebevoll zusammengestellten Korb sicher nicht beschweren. Doch ist er wirklich nötig oder bloß Kitsch? Wie bei allen Aufmerksamkeiten gilt: alles kann, nichts muss. Man könnte, ähnlich wie am Valentinstag, auch hier von einem Marketing-Trick sprechen. Oft sind die Produkte unnötig, überteuert und schlicht Geschmackssache.

Unabgesprochen würde ich von solch einem Geschenk abraten. Wenn die Partnerin allerdings schon entsprechende Hinweise gegeben hat und vielleicht ohnehin ein besonderer Anlass wie ein Geburtstag oder Jahrestag ansteht, ist ein Boo Basket sicher eine nette Idee.

Schenkt euch das Ding einfach selbst

Und wenn wir vom Klischee der Frau sprechen wollen, die traurig auf einen Blumenstrauß wartet, dann sei allen Frauen gesagt: Schenkt euch doch einfach selbst
einen "Boo Basket", wenn ihr Lust darauf habt! Ihr kennt euren Geschmack schließlich am besten. Und seien wir ehrlich: Ein Strauß, den man erst nach fünfmaligem Nachfragen bekommt, ist ohnehin wenig wert. Ihr seid euer eigener "Boo"!

So lässt sich die dunkler werdende Jahreszeit ein wenig romantisieren – und das drohende Nach-Sommer-Tief wird leichter überstanden. Drinnen bleiben klingt dann gar nicht mehr so schlimm.

Wie bei jedem Social-Media-Trend heißt es auch hier: nicht zu ernst nehmen. Wer Freude daran hat, kann Ideen sammeln; wer es albern findet, scrollt einfach weiter. So können wir alle einem gemütlichen Herbst entgegensehen.