Fühlt ihr euch manchmal seltsam aufgebracht, wenn ihr durch euren Feed scrollt – obwohl ihr eigentlich nur kurz die Nachrichten checken wolltet? Dann habt ihr vielleicht Bekanntschaft mit dem frisch gekürten Wort des Jahres gemacht: "Rage Bait".

Das Wort des Jahres wird von Expert:innen der Oxford University Press ausgewählt. Diese analysieren neue und aufkommende Wörter sowie Veränderungen in der Sprachverwendung, um Wörter von "kultureller Bedeutung" zu identifizieren. Seit dem Jahr 2004 wählen die Herausgeber des renommierten Oxford English Dictionary jedes Jahr ein Wort des Jahres.

Die Oxford University Press hat nun also den Ausdruck "Rage Bait" zum Sieger 2025 erklärt. Dahinter steckt eine einfache, aber ziemlich perfide Taktik: Inhalte, die gezielt so formuliert sind, dass sie uns auf die Palme bringen – gern mit ein bisschen Provokation, einer Prise Beleidigung und garantiert viel Empörungspotenzial. Kurz: Clickbait trifft Wutökonomie.

Woran ihr Rage Baits erkennt

Wie erkennt ihr Rage Bait? Oft sind es Posts, die mit halbgaren, sehr verallgemeinernden Behauptungen beginnen wie: "Nur Idioten glauben immer noch, dass…" – gefolgt von einer stark verkürzten Meinung, die garantiert jeden Kommentarbereich zum Kochen bringt. Kein echter Erkenntnisgewinn, aber umso mehr Interaktionen.

Oxford-Languages-Präsident Casper Grathwohl formuliert es nüchtern: "Wir werden online nicht mehr nur geködert – wir werden emotional dirigiert." Das Ziel: mehr Traffic, mehr Reaktionen, mehr Verweildauer. Die Methoden: naja… nennen wir sie kreativ.

Wer den Mechanismus dahinter besser verstehen will – und vielleicht beim nächsten Wutanfall über einen empörenden Post einmal tief durchatmen möchte –, dem sei ein Blick in die Hintergrundberichte und Analysen zum Wort des Jahres empfohlen. Sie zeigen nicht nur, wie clever digitale Manipulation inzwischen funktioniert, sondern auch, warum es sich lohnt, den eigenen Puls beim Scrollen im Blick zu behalten.

Damit ihr beim nächsten empörenden Post nicht gleich aufspringt, sondern souverän bleibt, hier drei kurze Tipps.

3 Tipps gegen "Rage Bait":

  1. Emotionen checken: Wenn ihr plötzlich wütend seid – einmal kurz innehalten. Ist der Inhalt wirklich ernst gemeint – oder nur offensichtlich darauf aus, zu provozieren?

  2. Quelle prüfen: Wer postet das – eine seriöse Person/Redaktion oder ein Account, der von Provokation lebt?

  3. Nicht füttern: Wut-Kommentare pushen Rage Bait erst richtig. Manchmal ist der klügste Klick der, den man nicht macht. Oder: Einfach nicht ignorieren.