21.12.2019
Advent und Weihnachten

Autobahnkirchen: Rast für die Seele auf der Fahrt zum Weihnachtsbesuch

Eigentlich ist sie die stade Zeit: Die Advents-und Weihnachtszeit. Doch mittlerweile ist sie auch die Zeit der Bewegung. Schnell noch Geschenke besorgen, schnell noch jemanden besuchen. Da ist man oft auf der Straße unterwegs. Um die Seele mal rasten zu lassen, sind Autobahnkirchen in Bayern ein guter "Rast"-Platz. Julia Gruber berichtet aus der Autobahnkirche Waidhaus.
Eine der 44 deutschen Autobahnkirchen liegt vor dem Grenzübergang nach Tschechien an der A6-Ausfahrt Waidhaus. Ein Rastplatz für die Seele, für alle, die in der Weihnachtszeit mit dem Auto unterwegs sind.

Alles einfach mal hinter sich lassen: den Stress und die Unruhe, die Tür hinter sich ins Schloss fallen lassen. Die Ruhe und das Hier und Jetzt genießen. Kaum zu glauben: Aber die Kraft dieser Plätze findet man tatsächlich an Bayerns Autobahnen, hinter der Leitplanke, in Autobahnkirchen. Vierundvierzig an der Zahl gibt es in Deutschland. In Bayern steht zum Beispiel eine in Waidhaus im Landkreis Neustadt an der Waldnaab. Sie liegt unmittelbar vor dem Grenzübergang nach Tschechien an der A6-Ausfahrt Waidhaus.

Was das Besondere an der Kirche ist, weiß Gunhild Stempel: "Wir haben Platz für die griechisch-orthodoxen Gläubigen, die evangelischen und katholischen, nicht nebeneinander, miteinander, das heißt, der katholische Kollege und ich besprechen, welche Gebete wir nehmen und welchen Text und wir zeigen uns gegenseitig das, was wir sagen wollen." 

Doch gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit möchte der katholische Pfarrer Georg Hartl, der den ersten Vorsitz des Trägervereins "Ökumenische Autobahnkirche Waidhaus, zugleich Radwegekirche e.V." innehat, nicht allzu viel anbieten:

"Wenn schon im Advent so viel Betrieb ist, dann versuche ich von der kirchlichen Seite her so wenig wie möglich zu veranstalten. Mein Beitrag ist, dass nichts stattfindet."

Somit wird die Autobahnkirche in der Vorweihnachtszeit noch mehr zu einer Tankstelle für die Seele: "Immer mehr schauen herein, auch aus dem Osten, aus Tschechien, aus der Slowakei oder aus Polen und wollen hier einige Minuten verbringen, so wie es die Ursituation  in den Autobahnkirchen war, dass sie Rastplatz für die Seele sein sollen. Ich habe auch von dem Anliegenbuch her den Eindruck, dass die Leute im überwiegenden Maße kommen, um zu danken."

Autobahnkirchen sind die ganze Nacht geöffnet

Dankbar waren im vergangenen Jahr auch zwei Familien, die an Weihnachten an der A6 gestrandet waren und schließlich in der Autobahnkirche Waidhaus Unterschlupf gesucht hatten, weiß Gunhild Stempel, die zweite Vorsitzende des Trägervereins: "Im Grunde genau das Richtige, deswegen sind wir ja da. 'Dürfen wir uns setzen? Dürfen wir bleiben?' Ich sagte, ja, Sie dürfen die ganze Nacht über bleiben, denn Autobahnkirchen sind auch nachts geöffnet. Dann bin ich noch ein Stunde oder anderthalb hier geblieben, wir haben uns erzählt und Kaffee getrunken und ich gehe raus aus der Kirche und da sehe ich den ADAC-Wagen ankommen."

Wer also in der Vorweihnachtszeit oder vielleicht an Weihnachten selbst von A nach B düsen muss, und einfach mal für ein paar Minuten den Stress im Alltag oder auch auf den Straßen vergessen möchte, der kann einen Stopp in der nächsten Autobahnkirche einlegen. Denn hier darf die Seele auftanken.

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