"Lieber Gott, als nochmal Jesus" ist eine Sammlung von Interviews, Gedichten und Geschichten aus dem Leben Ilja Richters. Was wäre, wenn Jesus wie prophezeit heute wiederkäme? Ilja Richter bezweifelt, dass es ihm heute besser ginge als vor 2000 Jahren. Richter ist kein Theologe, sondern ein vielseitiger Künstler, der seit seiner Jugend auf Theaterbühnen, als Sänger, Tänzer, TV- und Radio- Moderator zuhause ist.

Zwischen Kreuz und Davidstern

Seine Mutter stammte aus einer streng gläubigen jüdischen Familie, die die Nazizeit nur durch viel Glück überlebte. Richters Vater war Atheist und Kommunist. Für seine religiöse Erziehung sorgte eine protestantische Religionslehrerin in Berlin. Kein Wunder, dass sich Ilja Richter als religiös obdachlos bezeichnet, der zwischen Davidstern und Kreuz auf einem Bindestrich sitzt. Und so bezeichnet sich Richter als gläubigen Menschen, der aber in keiner Religion wirklich zuhause ist. Sein Buch "Lieber Gott, als nochmal Jesus" ist also seine Art, sich mit Glaubensfragen zwischen den Religionen zu beschäftigen. Sein Fazit: im Grunde genommen sind wir alle – Juden, Christen und Muslime – Brüder und Schwestern.

Auf längere Tourneen geht der 73jährige nicht mehr. Umso mehr genießt er Lesungen, die ein Mix aus Texten und Liedern sind. Denn hier ist der Kontakt zum Publikum näher, als im Theater.