4.11.2020
Novemberpogrome

Novemberpogrome: Ökumenischer Gedenkgottesdienst zum 9. November in Dachau

Zu einem ökumenischen Gedenkgottesdienst für die Opfer der Novemberpogrome laden die christlichen Kirchen am Sonntag (8. November) in die katholische Heilig-Kreuz-Kirche in Dachau ein.
Licht scheint durch ein Kirchenfenster (Symbolbild)

Die Predigt hält der evangelische Regionalbischof Christian Kopp.

Da die KZ-Gedenkstätte seit 2. November aufgrund der strengen Corona-Bestimmungen geschlossen ist und Veranstaltungen der DGB-Jugend und der Stadt Dachau abgesagt werden mussten, sei der Gottesdienst das einzige Präsenz-Angebot zu den Novemberpogromen in Dachau, teilte Versöhnungskirchen-Pfarrer Björn Mensing mit. Die Plätze sind begrenzt, um Anmeldung wird gebeten.

Ökumenischer Gedenkgottesdienst in Dachau

Am 8. November 1938 hatten jüdische Bürgerinnen und Bürger ihre Heimatstadt Dachau verlassen müssen. "Am nächsten Tag brannten in Deutschland die Synagogen", so Mensing.

Wenig später seien etwa 11.000 jüdische Männer ins KZ Dachau verschleppt worden. Vor gut einem Jahr wiederum attackierte ein Rechtsextremist am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur die Synagoge in Halle.

Der Gottesdienst erinnere "an die Opfer von altem und neuem Antisemitismus", heißt es in der Mitteilung. Die Anschrift lautet: Sudetenlandstraße 62, 85221 Dachau.

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Der 9. November ist ein "Schicksalstag" der deutschen Geschichte: 1848, 1918, 1923, 1989 – von der Revolution bis zum Mauerfall häufen sich an diesem Datum die historischen Wendepunkte. Nach der Wiedervereinigung war der 9. November als Nationalfeiertag im Gespräch. Doch der 9. November war auch der Höhepunkt der Novemberpogrome 1938: Euphemistisch als "Reichskristallnacht" bezeichnet, markiert dieses Datum den Übergang von der Diskriminierung zur offenen Verfolgung der Juden durch das nationalsozialistische Deutschland, die in einen industriell betriebenen Völkermord mündete.