Hagar ist die ägyptische Magd von Sara, sie ist die Nebenfrau Abrahams, die Mutter Ismaels und somit die Stammmutter der Muslime. Es ist eine "typische" Unterdrückungsgeschichte, es ist eine Geschichte, die das Judentum, das Christentum und den Islam betrifft. Die Geschichte von Hagar ist sperrig, konfliktbeladen und doch voller Verheißung. Es beginnt mit dem Drama der Unfruchtbarkeit bei Sara, und es führt in eine Dreiecksgeschichte mit ungleichen Partnern ohne Happy End. Die Dreieckskonstellation funktioniert nicht – das System gerät aus den Fugen, und die Lösung ist nur die Vertreibung von Hagar und Ismael. Doch letztlich ist es auch eine Geschichte, die Gottes Fürsorge und Begleitung betont.
Die Formel der Paulinischen Argumentation
Im Neuen Testament bezieht sich Paulus im Brief an die Galater auf die Geschichte von Hagar und Sara. Paulus benutzte die beiden Personen symbolisch zur Klärung der Frage, ob Christen sich beschneiden lassen müssen oder nicht. Seine Gegenüberstellung stellt Ismael dar als den durch menschliche Pläne und Anstrengung geborenen Sohn, während Isaak der durch reine Gnade geborene Sohn ist. Und somit stehen für Paulus Hagar und Ismael für den Alten Bund und Sara und Isaak für den Neuen Bund. Die vereinfachte Formel der Paulinischen Argumentation lautet:
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