Eigentlich hätte für Tamar alles rund laufen können: Die Kanaaniterin hatte in eine der prominentesten Sippen Israels eingeheiratet. Ihr Mann, der den für uns im Deutschen verwirrenden Namen »Er« trug, war Sohn von Juda, einem der zwölf Söhne des biblischen Stammvaters Jakob. Doch schon bald nach der Hochzeit starb Er, Tamar wurde junge Witwe. Nach damaligem Eherecht konnte nun der nächstälteste Bruder des Verstorbenen, Onan, mit ihr ein Kind zeugen; auf diese Weise sollte quasi posthum die Nachkommenschaft gesichert werden (»Schwagerehe« oder »Leviratsehe«).

Doch Onan verweigerte den Zeugungsakt durch einen Koitus Interruptus, er ließ seinen Samen »auf die Erde fallen und verderben«. Auch Onan starb, Tamar blieb abermals alleine und rechtlos zurück. Es gab einen weiteren Bruder des Verstorbenen, Schela, er hätte mit Tamar ein Kind zeugen können –
doch Vater Juda verbot es, womöglich aus Angst, auch der könnte sterben.

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