IAA Mobility
Die Automobilbranche ist die wirtschaftlich wichtigste Industrie Deutschlands. Etwa 800.000 Menschen verdienen hier ihren Lebensunterhalt. Was kaum jemand weiß: in fast allen Betrieben - vom Zulieferer bis zum Hersteller - gibt es christliche Gebetskreise. Die haben sich zum Netzwerk "Christen in der Automobilindustrie" zusammengeschlossen und haben sich jetzt auf der IAA vorgestellt.
Etwa 60 Angestellte von Autoherstellern und Zulieferern aus ganz Deutschland haben während der IAA Urlaub genommen und sind auf eigene Kosten nach München gereist. Sie gehören in ihren Firmen einem christlichen Gebetskreis an, den sie in der ganzen Branche bekannt machen wollen. Gerade in Zeiten des Umbruchs könnten viele Mut und Zuspruch im Gebet finden, glauben sie. Dafür beten sie auch mal für die Konkurrenz

Die Zeiten in der Automobilbranche sind derzeit nicht besonders rosig: Der Verkauf von Neuwagen läuft schleppend und das größte Thema ist derzeit die Transformation von fossilen Brennstoffen auf E-Mobilität. Jetzt wird schon geschätzt, dass in den kommenden Jahren viele Arbeitsplätze wegfallen könnten.

Doch Krisen gab es immer mal - schon seit über 30 Jahren gibt es im Münchner BMW-Werk einen ökumenischen Gebetskreis. Hier treffen sich Angestellte, Ingenieur*innen und Facharbeiter*innen in der Mittagspause zum beten. "BMW heißt 'Bet mal wieder'", sagt Johannes Weiß und erzählt gleich, wen die Gruppe ins Gebet einschließt: "Wir beten fürs Unternehmen, für unsere Vorgesetzten, für die Vorstände, aber manchmal auch für die Wettbewerber. Wir fühlen uns durch unseren Glauben verbunden und wenn die mit einem Anliegen auf uns zukommen, dann gibt es keinen Grund, nicht für sie zu beten," so Weiß.

Gebetskreise wie diesen gibt es in fast allen Firmen der Automobilbranche, hat Pastor Peer-Detlev Schladebusch festgestellt. "Das passiert wirklich in guter Ökumene. Egal in welches Unternehmen ich gucke, über Hierarchiegrenzen hinweg und alle Altersgruppen - das hat mich schon fasziniert". Schladebusch ist Seelsorger im Auftrag des kda  (Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt) in Hannover. Zusammen mit dem kda Bayern hat er jetzt das bundesweite ökumenische Netzwerk "Christen in der Automobilindustrie, CAI" gegründet.

Zuversicht tanken und Mut machen

Zur IAA Mobility-Messe in München haben sich 60 Mitglieder dieser Gebetskreise Urlaub genommen und sind nach München gereist, um hier auf der Messe für den CAI zu werben. Alle zwei Stunden gibt es vor ihrem Bus direkt am Haupteingang eine Andacht. Dabei stellen die Beteiligten immer eins der Zehn Gebote in den Mittelpunkt und suchen nach Bezügen zu ihrem Alltag. Zum Beispiel die Frage: Was sagt uns heute noch das vierte Gebot, wenn die Kinder besser mit den neuen Techniken umgehen können als die Eltern? Und schon sind sie mitten in der Diskussion um Generationengerechtigkeit.

Fragt man die Teilnehmer, was ihnen der Gebetskreis bedeutet, so kommen viele ähnliche Antworten: sie eint die Zuversicht und sie alle haben festgestellt, dass sich häufig nach einem Gebet die Dinge zum besseren gewendet haben. Dazu wollen die Mitglieder des CAI Mut machen und dafür sorgen, dass dieser anstehende Transformationsprozess der ganzen Branche möglichst ohne Verlierer stattfindet.

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