7.11.2019
Musik und Glaube

Kirchenkreis Bayreuth: Proben für die Aufführungen des Musical "Martin Luther King" sind angelaufen

Ein halbes Jahr vor der Premiere sind die Proben für das Musical "Martin Luther King. Ein Traum verändert die Welt" bereits in vollem Gange. Bayreuth ist im März erste und bislang einzige bayerische Stadt, in der die Produktion auf die Bühne kommt.
 Elisabeth Jung (links) und Susanne Strömsdörfer proben mit dem Bayreuther Projektchor.
Mit Feuereifer bei der Sache: Elisabeth Jung (links) und Susanne Strömsdörfer proben mit dem Bayreuther Projektchor.

In einer Mischung aus Gospel, Rock ’n’ Roll, Motown und Pop-Balladen erzählt das Musical in 21 Songs das Leben und die Geschichte des Baptistenpastors und Friedensnobelpreisträgers Martin Luther King. Rund 1.200 Sängerinnen und Sänger werden insgesamt zu den zwei Aufführungen im März 2020 zusammenkommen und gemeinsam mit professionellen Musicaldarstellern das Chormusical auf die Beine stellen. Schirmherrin ist Regionalbischöfin Dorothea Greiner, die auch selbst im großen Chor mitsingt.

"Zuerst war ich schon ein bisschen skeptisch, weil ich ja eigentlich aus der klassischen Musikrichtung komme und das Ganze ja mehr eine Musicalshow ist als Kirchenmusik", bekennt der Bayreuther Dekanatskantor Michael Lippert, der gemeinsam mit seinem Wunsiedler Kollegen Reinhold Schelter bei den Aufführungen den Chor dirigieren wird, "aber nach näherem Betrachten fand ich das Stück inhaltlich und musikalisch sehr stimmig und aktuell. Es spricht auch in unsere Zeit hinein, denn Rassismus ist ja leider nach wie vor ein Thema."

Eine große Herausforderung

Etliche Chöre aus Bayreuth und Umgebung studieren inzwischen das Musical ein – einer davon ist die Kantorei Bayreuth-St. Georgen unter der Leitung von Michael Lippert, die von zahlreichen Gastsängerinnen und -sängern unterstützt wird. Die großen Regionalproben, bei denen alle Sängerinnen und Sänger zusammenkommen, finden in Bayreuth, Bad Steben und Königsberg bei Haßfurt statt.

Allein 400 Musikbegeisterte waren es bei der ersten Regionalprobe in der Bayreuther Ordenskirche – zugegebenermaßen kein allzu leichtes Unterfangen für den Dirigenten. Aber Michael Lippert nimmt es mit Humor: "Es ist schon eine große Herausforderung, ein solches Musical mit so vielen Sängern zu stemmen, aber es macht auch Spaß und man lernt eine Menge in Bezug auf Großveranstaltungen." Im Moment ist Lippert mit seinen vielen Sängerinnen und Sängern damit beschäftigt, das Musical im Ganzen einmal kennenzulernen und alle Nummern einmal zu singen – die Feinarbeit folgt dann im Januar und im Februar.

Chorproben in der Bayreuther Ordenskirche.
In der Bayreuther Ordenskirche leitet Michael Lippert die Chorproben.

Doch schon jetzt sind die Mitwirkenden mit Feuereifer bei der Sache und freuen sich riesig auf das musikalische Großereignis. Unter ihnen ist auch die 84-jährige Elisabeth Jung, die bereits seit ihrem fünften Lebensjahr in einem Chor singt und seit zehn Jahren in der Kantorei Bayreuth-St. Georgen zu Hause ist. "Ich möchte einfach zum Lobe Gottes singen und außerdem ist Singen Balsam für die Seele", ist Elisabeth Jung überzeugt. Eigentlich kommt sie aus der klassischen Musik, aber der ganz eigene Musikstil des Musicals reizt die ältere Dame und das Lebensbild Martin Luther Kings mit seinem Kampf um soziale Gerechtigkeit hat sie schon immer berührt.

Ähnlich geht es der 46-jährigen Susanne Strömsdörfer, die das Thema nach wie vor hochspannend findet: "Tolerant sein, Frieden stiften und etwas bewegen: Das sind Dinge, die auch noch in der Gegenwart gelebt werden müssen. Außerdem reizt mich die Mischung aus deutschsprachigen Stücken und englischsprachigen Gospelnummern." Gesungen hat Strömsdörfer schon immer gerne und sieht das Mitmachen beim Musical als eine gute Gelegenheit, nach einer familienbedingten Sing-Pause mal wieder für eine begrenzte Zeit in einem Chor zu singen.

Lippert und die vielen Sängerinnen und Sänger freuen sich schon auf die Aufführungen im März – der Anfang ist gemacht und die Probenarbeit ist vielversprechend.

ShareFacebookTwitterShare

Weitere Artikel zum Thema:

US-Bürgerrechtler und Baptistenprediger

Martin Luther King predigt in der Sophienkirche in Ost-Berlin
Im September 1964 besuchte Martin Luther King das geteilte Berlin. Nach einer Predigt vor 20.000 Menschen in der West-Berliner Waldbühne reiste er überraschend auch in den Ostteil der Stadt und predigte in der überfüllten Marienkirche und in der Sophienkirche. Sabine Rackow, Markus Meckel und Michael Markus Schulz waren damals dabei.
Sonntagsblatt