Kleinsendelbach (epd). Bäume und Sträucher auf Äckern können nach Einschätzung von Fachleuten helfen, die Landwirtschaft besser an den Klimawandel anzupassen. Der sogenannte Agroforst kombiniert Gehölze mit Ackerkulturen oder Weidetieren auf derselben Fläche. Die Methode könne angesichts zunehmender Trockenheit und extremer Wetterereignisse künftig eine echte Chance sein, sagt Frank Burger von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) in Freising. In manchen Regionen würde der Anbau von Feldfrüchten künftig möglicherweise gar nicht mehr anders funktionieren. In Unterfranken etwa seien in diesem Sommer wegen der Trockenheit Früchte teilweise nicht ausgereift.

Auch die 35-jährige Nebenerwerbslandwirtin Lilly Schmidtlein aus Kleinsendelbach im Landkreis Forchheim setzt auf das Prinzip. Auf ihrem Hof wachsen unter anderem Apfelbäume, Pappeln, Haselnüsse, Johannisbeeren, Erdbeeren und Kräuter auf derselben Fläche. Sie beobachte dabei etliche Vorteile: "Wir sind von Dürren und Starkregen kaum betroffen, auch Hagel schadet den Kulturen kaum." Die Bäume spendeten Schatten, kühlten die Flächen und trügen dazu bei, dass der Boden feucht bleibe. Zugleich speicherten die Bäume Kohlenstoff im Boden und böten Tieren wertvollen Lebensraum.

Wenige Idealisten wagen sich an Neuland

Noch ist Agroforst in Deutschland wenig verbreitet. Nach Angaben des Fachverbands für Agroforstwirtschaft gibt es bundesweit rund 240 entsprechende Flächen. Burger zufolge beschäftigen sich bislang vor allem einzelne Idealisten mit der Anbaumethode. Sie sei arbeitsintensiv und komplex, außerdem müssten Landwirte sich umfassend beraten lassen.