München (epd). Bayerns Beauftragter für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, Ludwig Spaenle (CSU), hat von den öffentlich-rechtlichen Sendern mehr "Sensibilität bei der Auswahl von journalistischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern" gefordert. "Es darf nicht sein, das Bewerberinnen und Bewerber, die sich antisemitisch geäußert und das Existenzrecht Israels in Frage gestellt haben, eine Tätigkeit im öffentlich-rechtlichen Hörfunk und Fernsehen erhalten", sagte Spaenle laut einer Mitteilung am Freitag. Der hohe Anspruch von Qualitätsjournalismus, den die Öffentlich-Rechtlichen erheben, und die Zuweisung von Rundfunkbeiträgen sei mit einer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung verbunden, erklärte Spaenle. Es sei sehr bedenklich, wenn erst öffentliche Proteste nötig seien, um ein solches Vorgehen zu verhindern.

Spaenle bezieht sich auf den Fall der umstrittenen Moderatorin Nemi El-Hassan vom September, die beim WDR die Wissenschaftssendung "Quarks" moderieren sollte. Der 28-Jährigen war vorgeworfen worden, 2014 am Berliner Al-Kuds-Marsch teilgenommen zu haben. Der Al-Kuds- oder Jerusalemtag wurde 1979 vom damaligen iranischen Revolutionsführer Ajatollah Khomeini initiiert und ruft die Muslime zur Eroberung Jerusalems und zur Zerstörung Israels auf. Dem "Spiegel" sagte El-Hassan einige Tage später zu ihrer Teilnahme an dem Marsch, sie schäme sich für diese Zeit. Außerdem wurde in dieser Woche der Fall von Feyza-Yasmin Ayhan bekannt, einer Poetry-Slammerin, die im ZDF als Texterin für die Serie "Barrys Barbershop" schreiben soll. Sie soll laut Medienberichten auf Instagram antisemitische Posts geschrieben haben.

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