Augsburg (epd). Einen 15 Kilogramm schweren römischen Silberschatz hat die Stadtarchäologie der Stadt Augsburg am Mittwoch präsentiert. Die rund 5.600 Denare aus dem 1. und 2. Jahrhundert seien in der Nähe des militärischen römischen Stützpunkts in einem alten Flussbett der Wertach gefunden worden, teilte die Stadt mit. Es sei der größte Silbermünzen-Fund, der in Bayern je gemacht worden sei.

Die Münzen lagen auf dem Areal eines künftigen Wohngebietes im Stadtteil Oberhausen, das archäologisch untersucht worden war. Die Archäologen gehen davon aus, dass sie im frühen 3. Jahrhundert außerhalb der Stadt Augusta Vindelicum nahe der dort verlaufenden Via Claudia vergraben und nicht wieder geborgen worden seien. "Das Versteck wurde wohl viele Jahrhunderte später durch ein Wertach-Hochwasser weggespült und die Münzen damit im Flusskies verstreut", erklärte Sebastian Gairhos, Leiter der Stadtarchäologie.

Weil ein einfacher römischer Soldat zwischen 375 und 500 Denare verdiente, habe der Schatz den Gegenwert von etwa elf bis 15 Jahresgehältern. Die ältesten Münzen wurden unter Kaiser Nero (54-68 n. Chr.) geprägt, die jüngsten kurz nach 200 nach Christus. Wissenschaftlich ausgewertet werde der Fund im Rahmen einer Dissertation an der Universität Tübingen. Vom 17. Dezember 2021 bis zum 9. Januar 2022 würden Teile des Silberschatzes und auch bereits im Juni vorgestellte Funde aus Oberhausen im Römerlager des Zeughauses präsentiert, teilte Kulturreferent Jürgen Enninger mit.

Die Römer haben bereits in den Jahren zwischen 8 und 5 vor Christus unter Kaiser Augustus ein Militärlager im heutigen Augsburger Stadtteil Oberhausen errichtet. Die Stadt gilt als ältester römischer Stützpunkt in Bayern.

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