Bayreuth (epd). Die Dicke Trespe, eine uralte Getreideart, kann vor dem Aussterben gerettet werden, wenn man mit ihr Bier braut. Das ist das Ergebnis eines Forschungsprojekts der Universität Bayreuth, wie die Hochschule mitteilte. Im Rahmen der Forschungsarbeiten seien mit dem Getreide ein Pils und ein Hefe-Weißbier gebraut worden, die allen Teilnehmern einer Verkostung gut geschmeckt hätten.

Die Dicke Trespe sei nachweislich schon in der Bronzezeit kultiviert und als Nahrungsmittel genutzt worden. Sie habe sich im Lauf der Jahrtausende immer stärker an die besonderen Bedingungen des Ackerbaus angepasst, erklärte Pedro Gerstberger vom Lehrstuhl für Pflanzenökologie der Universität Bayreuth. Die Körner der Dicken Trespe seien fast so groß wie die von anderen Getreidearten. Eine schnelle Keimung und eine sehr hohe Keimungsrate machten sie für Malz besonders geeignet.

Wollte man die Dicke Trespe zum Brauen nutzen, müsste sie jährlich neu ausgesät werden, weil sie keine Saatreserve bildet, hieß es. "Genau hier liegt die Chance, den Erhalt dieser seltenen und gefährdeten Pflanzenart durch eine dauerhafte Nutzung für die Bierherstellung zu sichern", stellte das Forschungsprojekt fest. Die Dicke Trespe sei zwar streng geschützt, "aber ohne ihren stetigen Anbau würde sie letztlich aussterben", sagte Gerstberger.