Würzburg (epd). Eine neue Ausstellung in Würzburg beschäftigt sich ab kommenden Dienstag (9. November) mit Synagogen in Unterfranken. Konkret befasse sich die Ausstellung mit der Geschichte des Judentums und dem reichen jüdischen Erbe in der Region, teilte die Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns am Freitag mit. Die Schau "Mehr als Steine. Synagogen in Unterfranken" ist in der Würzburger Residenz zu sehen, dauert bis 28. Januar 2022 und ist ein Beitrag zum Jubiläumsjahr "1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland".

Cornelia Berger-Dittscheid, Kuratorin der Ausstellung, sagte, dass die Ausstellung auch die Bauformen von Synagogen in Unterfranken vorstelle und ihre Entwicklung von unscheinbaren Hinterhof-Synagogen zu repräsentativen Bauwerken, deren Türme und Kuppeln die Stadtbilder prägten. Im Jahr 1930 gab es im heutigen Unterfranken 112 Orte mit Synagogen. Heute seien nur noch wenige im Ortsbild erkennbar. Nach den Zerstörungen der Nationalsozialisten seien viele Gebäude abgerissen oder zweckentfremdet worden.

Der vor 1803/1806 in zahlreiche Herrschaften zersplitterte spätere Regierungsbezirk Unterfranken war das am dichtesten mit jüdischen Gemeinden besiedelte Gebiet in Bayern, heißt es weiter. Die längste Tradition habe hier die Würzburger Gemeinde, die seit 1147 in Quellen nachweisbar sei. Sie sei ein Ort großer jüdischer Gelehrsamkeit mit überregional bedeutenden Rabbinern, einer Talmudhochschule und mindestens zwei Synagogen gewesen.

Der Antisemitismusbeauftragte der bayerischen Staatsregierung, Ludwig Spaenle, sagte, dass die Würzburger Ausstellung beispielhaft an der unterfränkischen Geschichte das jahrhundertelange Zusammenleben von Christen und Juden in Bayern zeige. Die Ausstellung des Staatsarchivs Würzburg ist in Kooperation mit dem Team des Synagogen-Gedenkbands Bayern und dem Antisemitismusbeauftragten Spaenle entstanden. Nach Würzburg soll die Schau auch an anderen Orten in Franken zu sehen sein.