Augsburg (epd). Ein Social-Media-Verbot für Jugendliche darf laut dem Präsidenten der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), Thorsten Schmiege, nur die "Ultima Ratio" sein. Denn digitale Resilienz wachse nicht hinter Verboten, sagte Schmiege am Mittwochabend bei den Augsburger Mediengesprächen laut Mitteilung vom Donnerstag. Es brauche vielmehr einheitliche Regeln zur Nutzung an Schulen sowie Medienbildung, die die Lebenswirklichkeit junger Menschen widerspiegle. "Wir müssen Leitplanken umsetzen, bevor wir Verbote aussprechen." Schmiege räumte aber auch ein, dass ein Verbot starkes politisches Signal wäre, mit dem Rechtsklarheit geschaffen und ein Fokus auf die schädlichen Wirkungen von Social Media gerichtet würde.
Auch der bayerische Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler) wandte sich gegen ein Verbot von Social Media für Jugendliche unter 16 Jahren. Die Digitalisierung sei irreversibel und durchdringe längst alle Bereiche des modernen Lebens. "Ausgerechnet der jungen Generation, die ihr ganzes Leben im KI-Zeitalter verbringen wird, das Internet zu verbieten, käme einer Kapitulation vor digitaler Transformation gleich." Statt einen "digitalen Verbotsstaat" zu errichten, setze man in Bayern auf die Vermittlung von Medienkompetenz. Diese sei die Schlüsselkompetenz des 21. Jahrhunderts schlechthin. "Wir werfen keinen vermeintlich schützenden Kokon über die Digital Natives, sondern befähigen die nächste Generation dazu, sich kritisch-konstruktiv durch die digitale Welt zu bewegen", sagte Mehring.