München (epd). Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder hat sich "ganz klar gegen jede Form der Kooperation mit der AfD" ausgesprochen. "Ein Nein heißt Nein, da gibt es kein Relativieren und kein Aufweichen", sagte Söder nach einer Sitzung des CSU-Parteivorstandes in München. Am Wochenende hatten Äußerungen von CDU-Chef Friedrich Merz zu Kritik geführt - auch aus den Unionsparteien selbst. Merz hatte gesagt, eine Zusammenarbeit seiner Partei mit der AfD auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene sei zwar weiterhin tabu, auf lokaler Ebene seien Kontakte jedoch möglich. Inzwischen relativierte Merz diese Aussagen.
Söder sagte weiter: "Die AfD ist schlecht für unser Land, die AfD nutzt unserem Land nicht." Die AfD wolle aus der Europäischen Union und der Nato austreten. Dies hätte einen enormen "Verlust von Wohlstand und auch von Arbeitsplätzen" zur Folge, gab Bayerns Ministerpräsident zu bedenken. Ein Austritt aus der Nato würde "die Sicherheitslage Deutschlands fundamental verändern" und damit die Bedrohungslage zum Beispiel durch Russland vergrößern. Söder erläuterte, es gebe einen Kernunterschied zwischen den Unionsparteien und der AfD: "Die Union ist konservativ, sie steht für Schutz, Stabilität und Sicherheit. Die AfD ist radikal."
Der Parteichef sagte mit Blick auf die bevorstehende Landtagswahl in Bayern am 8. Oktober, es gebe keine Wechselstimmung im Land. Die Menschen seien allerdings verunsichert, "der Ampel-Frust sitzt tief", weil die Bundesregierung keine Konzepte beispielsweise gegen die Inflation vorlege. Der Frust werde damit bei einigen zur "Systemdistanz" und deshalb lege die AfD in Umfragen derzeit zu, sagte der bayerische Ministerpräsident: "Die AfD ist kein bayerisches Problem, aber auch ein Problem für Bayern."