München (epd). Ein neues Projekt zu mehr Sichtbarkeit von Frauen hat die bayerische Sozialministerin Ulrike Scharf gestartet. Dazu werde der Internetauftritt "Bayerns Frauen - Jede anders stark" um das Projekt "Frauenorte" ergänzt, teilte das Ministerium am Donnerstag in München mit. Darin würden Geschichten weiblicher Vorbilder vom frühen Mittelalter bis zur Gegenwart erzählt - von Bierbrauerinnen und Zahlenkünstlerinnen, bis hin zu "barmherzigen Engeln oder teuflisch guten Juristinnen".

Ein wissenschaftlicher Beirat habe 140 Frauen ausgewählt, hieß es. Dazu gehörten etwa Therese Wagner (1797-1858) aus München, die als Witwe mit fünf Kindern die Leitung der Augustiner Brauerei übernahm und Hope Bridges Adams Lehmann (1855-1916), die als erste Frau in Deutschland ihr Medizinstudium mit dem Staatsexamen abschloss.

Rollenbilder beeinflussten das Denken und Handeln. Gleichstellung bedeute, "alte Muster zu durchbrechen, Verantwortung zu übernehmen und mutig Veränderung voranzutreiben", sagte die Ministerin, die auch Frauenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung ist. Zum Start des Projekts "Frauenorte" seien bereits über 80 Porträts auf der Website veröffentlicht worden, die laufend ergänzt werden sollen.