Nürnberg, Hilpoltstein (epd). Unabhängig voneinander rufen der Bund Naturschutz (BN) in Bayern und der Landesbund für Vogelschutz (LBV) in Hilpoltstein dazu auf, künstliche Lichtquellen in der Nacht zu reduzieren. Die Lichtverschmutzung in Ballungsgebieten sei ein ernstzunehmendes Problem, teilen beide Organisationen anlässlich der "Earth Night" am 11. September mit. Insbesondere Insekten stürben durch das künstliche Licht massenweise. Auch Zugvögel würden in ihrer Orientierung gestört.

Straßenlampen, Autoscheinwerfer oder Leuchtreklame - für nachtaktive Insekten könne all dies zur Todesfalle werden, mahnt der BN. Um das große Insektensterben aufzuhalten, fordern die Naturschützer, ein Umdenken. Es sei höchste Zeit, die Beleuchtungsdauer zu verkürzen oder in bestimmten Fällen ganz auf nächtliche Beleuchtung zu verzichten, sagt die BN-Artenschutzexpertin Christine Margraf laut Mitteilung. Das Problem vieler Insekten sei, dass sie sogar bei geringer Stärke vom Licht angezogen würden. Das bedeute oft den Tod für sie. Entweder würden sie das Licht bis zur Erschöpfung umfliegen oder von der Lampe angesengt.

Zugvögel kommen vom Weg ab

Problematisch sind hell erleuchtete Landstriche auch für die Vogelwelt. Viele Arten zögen nachts gen Süden und würden vom Licht abgelenkt, teilt der LBV mit. ""Helle Städte oder beleuchtete Bauten in der Landschaft können nicht nur den Hormonhaushalt, sondern auch das natürliche Orientierungssystem unserer Zugvögel stören", sagt LBV-Biologin Lisa Gill. Auch für Vogelarten, die den Winter in Bayern verbringen, sei es schlecht: Der Hormonhaushalt der Tiere gerate durcheinander, ihr Verhalten und ihre Aktivitäts- und Ruhephasen verschöben sich.

Die Earth Night findet bereits zum sechsten Mal statt. Bundesweit soll an dem Abend spätestens ab 22 Uhr das Licht in Städten und Gemeinden ausgeschaltet werden. Auch private Haushalt können mitmachen, indem sie auf Außen- und Gartenlichter verzichten und Rollläden schließen.